Kamern l Die Gastgeber aus Kamern sind dabei keineswegs leer ausgegangen. Denn Wolfgang Hellwig (Havellandmeister bei Jungtieren), Guido Wolski (Havellandmeister bei Alttieren), Karl-Heinz Flatterich und Andreas Engel konnten für ihre hervorragenden Zuchttiere Auszeichnungen (Pokale und/oder Sachpreise) entgegennehmen. Dass auf der Rassekaninchenschau von den 50 Ausstellern mit 353 Tieren sehr gute züchterische Qualität präsentiert wurde, macht unter anderem die Tatsache deutlich, dass an insgesamt 15 Rassekaninchen das Prädikat „vorzüglich“ – das ist die bestmögliche Bewertung überhaupt – vergeben wurde. Cathleen Tannhäuser vom Zuchtverein in Schönhausen freute sich für einen Rammler bei Kleinsilber schwarz über eine solche Bewertung, ebenso ihr Zuchtkollege Peter Stabenow mit einer Häsin bei Alaska. Neben dem „vorzüglich“ wurde seine Häsin auch noch als Beste Häsin der 23. Havellandschau auserwählt. Den Besten Rammler, einen Graue Wiener wildgrau, hatte Uwe Bruns aus Tangerhütte ausgestellt.

Über 30 Tiere verkauft

336 Besucher am Sonnabend und am Sonntag „sind für eine Havellandschau ein recht gutes Ergebnis“, schätzte Wolfgang Hellwig ein. Und auch die Zahl von über 30 verkauften Ausstellungstieren konnte sich sehen lassen. Karl-Heinz Flatterich vom Kamernschen Verein, mit 80 Jahren übrigens dessen ältestes Mitglied, war hier für die Wünsche der Kaufinteressenten zuständig. Bereits in den ersten anderthalb Stunden nach der Öffnung der Ausstellung am Sonnabend hatte er ordentlich zu tun. Denn in diesen 90 Minuten gingen allein 20 Kaninchen weg. Einer, der gleich so früh vorbei schaute, war der Havelberger Reinhard Jonas. Er wollte sich einen neuen Rammler zulegen und fand auch ein solches Kaninchen in der Rasse Deilenaar. „Hier in Kamern bietet sich immer eine gute Kaufgelegenheit“, erzählte er. „Denn ich züchte in Havelberg selbst Kaninchen. Was mir für die Nachzucht noch fehlt, das ist ein guter Rammler.“

Noch sechs aktive Züchter in Kamern

Mit Kaninchenkäufen wurden aber auch so manche Kinderwünsche erfüllt, die sich gerne einmal mit dem Halten und Pflegen eines solchen Tieres beschäftigen möchten. „Das begrüßen wir sehr, denn Züchternachwuchs macht sich derzeit überall sehr rar“, so der Kamernsche Vereinsvorsitzende Andreas Engel. Der Rassekaninchenzuchtverein „Züchterglück“ Kamern ist das beste Beispiel dafür. Denn aktuell sind hier nur noch sechs aktive Züchter, davon kein Jungzüchter, tätig. Weitere sechs Frauen und Männer sind Fördermitglieder. „Mit diesen 12 Personen so eine Schau vorzubereiten, zu stemmen und dann nachzubereiten, ist wahrlich keine leichte Aufgabe“, sagte er zum Abschluss der Veranstaltung. Und dankte seinem Team ganz öffentlich dafür. Aber auch den vielen anderen Helfern und den Sponsoren. „Das Vereinsleben funktioniert nur mit Hilfe von Sponsoren, wir freuen uns immer, wenn Sponsoren etwas über haben.“ Ein großes Dankeschön ging auch an die Gemeinde. Bürgermeister Arno Brandt hatte sich allerdings entschuldigen lassen. Er feierte gestern Geburtstag.

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