Kuhlhausen l Zuerst durfte Dr. Wilko Trapp von der Umweltbehörde des Landkreises zum Thema „Natura 2000“ das Wort ergreifen. Er informierte, dass viele der Regelungen schon aus DDR-Zeiten stammen – manche sogar strenger als in der neuen Vorschrift. Für „Natura 2000“ gelten allgemeine Vorgaben sowie spezielle für bestimmte Gebiete. So bedürfen Gesellschaftsjagden auf Wasservögel einer Erlaubnis, in Feuchtgebieten steht die Jagd auf Raubwild und Wildschweine im Vordergrund. An Kranichrastplätzen darf vom 15. September bis 15. Dezember nicht gejagt werden. Bewegungsjagden sind vom 1. Februar bis 30. September verboten – außer bei Bedarf in Maisschlägen.

Wolfssichtungen seien an seine Behörde oder an die Referenzstelle in Iden zu melden. Dazu merkte Christian Ahrens an, das Aufnahmen von Einzelwölfen mit der Wildkamera nicht als Nachweis gelten. – Wobei gerade diese Wölfe Probleme bereiten, ergänzte Hubert Aselmeyer.

Homepage extra nur für Jäger

Der Landkreis plane, eine Seite im Internet extra für Jäger einzurichten, informierte Vorsitzender Uwe Klemm in seinem Bericht. Zudem wird das Landesjagdgesetz geändert: Die Nilgans soll ins Jagdrecht. In dieses will die Landtags-CDU auch den Wolf aufnehmen. Der Landesjagdverband (LJV) schätzt, dass im Bundesland bereits etwa doppelt so viele Isegrimms leben als offiziell gemeldet.

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Der LJV hat zudem eine Firma gegründet, welche zwischen 15. November und 15. Februar Felle von Fuchs, Dachs und Waschbär aufkauft. Eine der 42 vom Land geförderten Kühltruhen steht bei Günter Scheffler in Scharlibbe, der neue Service wurde hier bislang aber nur verhalten angenommen. Woanders sehe das weit besser aus.

Wildschäden am Elbdeich bezahlen

Auf der anderen Elbseite haben die Jäger ein Problem: Sie sollen für Wildschäden am Elbdeich 56.000 Euro bezahlen. Wie es aussieht, werde der Streit wohl vor Gericht enden.

Die Afrikanische Schweinepest wütet in Belgien um einen Truppenübungsplatz, wo polnische Soldaten geübt hatten. Auch in Klietz gebe es einen Platz, wo osteuropäische Armeen üben – die Jäger müssen also wachsam bleiben.

Auch Dänin bei Baujagd dabei

50 Jäger hatten sich im Februar an der Baujagd beteiligt, darunter eine Dänin. An der strecke verblasen wurden 14 Füchse und fünf Schweine. Diese Aktion soll zur Tradition werden. Am jagdlichen Schießen hatten sich 17 Jäger beteiligt, es hatte erstmals in Kabelitz stattgefunden – die Organisation wurde gelobt. Bester Schütze wurde Christian Ahrens. Rege war die Beteiligung am Jägerball, welcher sich am Abend anschloss.

Auf der Trophäenschau waren Geweihe von zwölf Hirschen und 67 Rehböcken zu sehen, sie wertete Christian Ahrens aus. Die gesamte Jagdstrecke im Hegering – er umfasst neben dem Havelwinkel auch Neukamern, Wulkau, Sandau und den Havelberger Südbereich – stellte Peter Hofmann vor. Von den 248 Rehen waren immerhin 58 Fallwild, sie kamen also durch Unfälle ums Leben oder wurden tot aufgefunden. Zehn Stücken Rotwild und 115 Wildschweine wurden erlegt, ferner 103 Füchse, 23 Dachse, 31 Minke und 62 Nutrias. An Federwild blieben 55 Enten und 233 Gänse auf der Strecke – wobei der Gänsebestand im Anwachsen ist.

Weiter auf hohem Niveau befinden sich die Waschbärenbestände. Von den Kleinbären wurden im Jagdjahr immerhin 344 gefangen. Im vorherigen Jahr waren es 273 Bären gewesen, davor lagen mit 377 beziehungsweise 372 Tieren die Rekordjahre. Begonnen hatte die Statistik 2002 mit lediglich sieben Exemplaren.