Neuermark-Lübars l Hugo rennt los, die Schnur von seinem Drachen fest in der Hand. Der Pu-Bär muss doch in die Lüfte zu bekommen sein. Mama Sabine Müller hilft, und auch sein kleiner Bruder Hubert ist eifrig dabei. Es gelingt, der Drachen tanzt mit denen der anderen Drachenfestbesucher über dem Acker. Auch Christian Czinzoll, der mit Mama Annemarie und Schwesterchen Helene sein Glück beim Drachensteigen versucht, schafft es, seinen Flieger mit dem farbenfrohen Schwanz abheben zu lassen.

„Wir sind froh, endlich mal wieder ein Fest veranstalten zu können“, sagt Jana Schulz von Kultur- und Heimatverein Neuermark-Lübars. Seit März hat nichts mehr stattgefunden. Kein Feuer zum 1. Mai, kein Dorffest im Sommer, kein Oktoberfeuer zum Einheitsfeiertag. Mit dem Drachenfest hat der Verein versucht, unter Corona-Bedingungen eine Veranstaltung anzubieten. Vor allem für die Bewohner des Dorfes.

Hygienekonzept ausgearbeitet

„Wir haben keine große Werbung gemacht, weil wir als kleiner Verein nicht wussten, ob wir einem größeren Ansturm gewachsen wären. Im Dorf haben wir Handzettel verteilt. Durch Mundpropaganda hat sich das Drachenfest herumgesprochen, so dass zum Beispiel auch ein paar Hohengöhrener zu uns gekommen sind“, berichtet Jana Schulz.

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Der Verein hatte ein ­Hygienekonzept für das Drachenfest erarbeitet. Mit Eingangskontrolle und Registrierung sowie Sitzgelegenheiten auf Abstand war für die Einhaltung der Aha-Regeln gesorgt. Knüppelkuchen wurde über der Feuerschale gebacken. „Ein Wermutstropfen ist natürlich, dass wir keinen selbstgebackenen Kuchen anbieten können“, sagt Eileen Völkel. Doch sind die Vereinsmitglieder froh, überhaupt mal wieder in der Dorfgemeinschaft zusammenkommen zu können. Das sehen auch die Besucher so, die sich freuten und das Angebot gern angenommen haben.

Andreas Petersen ist neuer Vorsitzender

Einige Vereinsmitglieder und Einwohner hatten sich im Vorfeld getroffen und für den Herbst und zu Halloween Gläser zur Deko gestaltet.

Am Freitagabend hatte die Vorstandswahl stattgefunden. Diese machte sich erforderlich, weil der bisherige Vorsitzende Friedrich-Wilhelm Kieselbach im Frühjahr verstorben war. Neuer Vorsitzender ist Andreas Petersen, seine Stellvertreterin Anita Rother. Als Schatzmeisterin fungiert Ilona Kieselbach, Beisitzer sind Julia und Mandy Zepernick. Der Verein hat rund 25 Mitglieder. „Wir sind offen für weitere Mitglieder, haben aber auch schon neue gewonnen. Wir haben einige Zuzüge im Dorf. Die Frauen engagieren sich im Verein, die Männer in der Feuerwehr“, berichtet Eileen Völkel.

Für dieses Jahr steht noch in Frage, ob der Weihnachtsnachmittag für die Kinder – vorgesehen für den Freitag vor dem ersten Advent – stattfinden kann. Wenn ja, wird kurzfristig dazu eingeladen. „Wir werden aber auf jeden Fall den Weihnachtsbaum im Dorf schmücken“, kündigt Jana Schulz an. Für das nächste Jahr gibt es vorerst noch keine konkreten Pläne. Die Vereinsmitglieder würden sich freuen, wenn sie wieder zu den traditionellen Festen einladen können.