Sandau l In den Jahren 2004 sowie 2009 war der Wall in diesen Bereichen schon einmal saniert worden. Auch damals fand sich bereits allerhand Müll im Deichkörper an – der hier absolut nichts zu suchen hat und den Wall durchlässig macht. Der jetzige Bauabschnitt befindet sich kurz vor der einstigen Schuttkuhle – und bereits hier findet sich diverser Müll an. An einer Stelle lugt ein Schuh aus dem Deichfuß, daneben liegen Büchsen, Glasreste und Steine. Ältere Sandauer berichteten damals, dass nach dem Beschuss zum Kriegsende im Deich allerhand Brandschutt verklappt wurde.

Die Wasserseite wurde damals bereits saniert, neben dem Kronenweg soll nun zur Elbe hin eine etwa einen halben Meter hohe Verwallung aufgetragen werden. Damit soll der Deich so erhöht werden, wie es die neuen Vorgaben vorsehen. Und wäre damit so hoch wie der bereits rückverlegte Deich im Norden.

Auch Munition gefunden

Derzeit wird hier landseitig der Stützkörper angetragen. Bevor dies jedoch erfolgen kann, müssen Kampfmittelräumer das Areal sondieren. Hier wurde zum Kriegsende heftig gekämpft, weshalb sich bereits Munition anfand. Dazu zieht der Bagger Streifen für Streifen die Erde weg, damit auch tiefere Bereiche mit den Sonden untersucht werden können. Vorher war dies wegen des Hochwasserschutzes nicht möglich.

Bilder

Um die 700 Meter lang ist diese Baustelle des Landesbetriebes für Hochwasserschutz (LHW). Den Zuschlag bekam die Firma Eggers aus Wittenberge. Bis zum Jahresende will man fertig werden, so denn alles wie geplant klappt.

Betonspur auf Berme

Weil im Bereich der Bebauung und wegen der einstigen Deponie, deren Entsorgung den Kostenrahmen sprengen würde, im ersten Bereich nur wenig Platz am Deich ist, wird hier keine landseitige Berme angetragen. Das ist erst ab der Panzerstraße möglich, welche im Vorfeld zurückgebaut wurde. Denn die Überfahrt wird ebenfalls erhöht. Zurückgebaut wurde auch die alte Straße neben dem Deich, welche zur Deponie führte. Saniert wird der Wall bis zum Anschluss an die nördliche Rückverlegung. Der bislang nur geschotterte Deichkronenweg wird asphaltiert, die Berme erhält eine Betonspurbahn.

Südlich der Fährüberfahrt bis zur Rückverlegung im Südbereich der Elbestadt soll in diesem Jahr ebenfalls noch mit der Erhöhung des Deiches begonnen werden. Im Zuge dieser Sanierung erhält die Fährüberfahrt zudem eine Deichscharte, welche bei Extremhochwasser mit Dammbalken verschlossen wird.