Sandau l 150 Grad Celsius zeigt das Thermometer, welches in der frisch aufgetragenen schwarzen Masse steckt. Ein Straßenfertiger verteilt das dampfende Gemisch auf der Deichkrone, auf welcher sich wasserseitig ein frisch angeschütteter Erdwall befindet. Diese im Schnitt 70 Zentimeter hohe Kappe – so der Fachbegriff – gleicht die Deichhöhe in der Ortslage an die neue Hochwasserbemessungsgrenze an. Denn weil landseitig Wohnhäuser stehen, konnte nicht der komplette Deich angehoben werden.

Die Kappe besteht aus Ton, den eine 30 Zentimeter hohe Schicht Muttererde bedecken wird. Diese wird begrünt – wozu das bereits üppig sprießende Unkraut samt Erdschicht abgetragen wurde. Zwischen Kappe und Kronenweg verläuft eine Drainage. Eine solche Variante hatte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) auch schon in Neuwerben favorisiert.

Drei Meter breiter Kronenweg

Ein Lkw bringt 26,5 Tonnen Asphalt, womit man im Schnitt 45 Meter schafft. Zehn Zentimeter stark ist die erste Asphaltschicht, die Tragschicht. Nach dem Auftragen folgt die Walze, sie presst das Gemisch auf acht Zentimeter zusammen. Der Kronenweg wird drei Meter breit. Die Arbeiten verrichtete mit der Firma Ostbau aus Osterburg ein Subunternehmer, betraut mit dem Vorhaben wurde vom LHW  die Firma Eggers aus Wittenberge.

Erste Schicht sollte nicht verschmutzt werden

Eigentlich sollte zwei Tage lang Asphalt gefahren werden, doch der einsetzende Regen machte die Planungen zunichte. Somit konnte auch nicht die gesamte Trasse asphaltiert werden. Der Rest mitsamt der zweiten Deckschicht folgt Mitte Oktober, vorher sind keine Kapazitäten im Lüderitzer Werk mehr frei. Dann wird übrigens auch die komplette Deichrückverlegung Sandau-Süd asphaltiert. Weil sich die Asphaltschichten nur verbinden, wenn sie sauber sind, sollte die frisch aufgetragene Schicht weder betreten noch befahren werden.