Neuermark-Lübars l Eine weitere Flutschadensbeseitigung an einem Elbdeichabschnitt wurde dieser Tage vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) in der Gemarkung Neuermark-Lübars auf Höhe Klietz abgenommen. Ab dem Gänseloch in Richtung Scharlibbe war der Deich bereits mittels einer Spundwand erhöht worden, jetzt wurde diese Bauweise auch südlich des Gänselochs bis hin zum Vorwerk gegenüber Arneburg angewandt. Insgesamt erstreckte sich die Baustelle über 1,25 Kilometer bis hin zur Fährstraße nach Arneburg.

Die Spundwand-Lösung wurde deshalb auserkoren, weil dieses Areal als künftiges Deichrückverlegungsgebiet gilt, zudem soll hier ein Polder entstehen. Darum wurde auch der Verteidigungsweg auf der Deichkrone auf 4,5 Metern Breite nur provisorisch geschottert und nicht asphaltiert.

Deich war einen halben Meter zu niedrig

Die Firma Ostbau aus Osterburg begann mit den Bauarbeiten im August, ein Jahr zuvor hatten die Planer in Berlin ihre Arbeit aufgenommen, hieß es bei der Bauabnahme.

Nötig wurde diese Investition in Höhe von 1,25 Millionen Euro, weil der Deich in diesem Bereich laut neuem Bemessungshochwasser im Schnitt einen halben Meter zu niedrig war. Da die vom LHW geplante Rückverlegung frühestens in etwa zehn Jahren starten wird, muss bis dahin der Hochwasserschutz weiterhin gewährleistet bleiben.

Die eingearbeiteten Spundwände sind bis 6,25 Meter lang, insgesamt wurden 7000 Quadratmeter Spundwandfläche als Dichtung in den wasserseitigen Deichkörper gerammt. Weil die abgedeckte Spundwand einen halben Meter über den Wall herausragt, wurden insgesamt acht Übergänge für Amphibien und Kleintiere geschaffen. Wie bei allen Deichbaumaßnahmen des LHW war auch hier eine ökologische Bauüberwachung aktiv.

Elbweg wird auch saniert

Der nahe Elbweg, welcher vom einstigen Klietzer Bahnhof zum Deich führt, musste als Baustraße entfallen, er wird seit einiger Zeit ebenfalls durch die Osterburger Firma flutsaniert. Entsprechend wurden die Baufahrzeuge über Neuermark-Lübars und Scharlibbe umgeleitet – allerdings hielten sich die Erdtransporte in Grenzen.