Kuhlhausen l Herbert Dierkes ist im Dorf bekannt als Ortschronist. Mit dem Fotoapparat hält er so gut wie alles fest, was das Leben in Kuhlhausen ausmacht. „Aber ich betrachte mich dabei nicht unbedingt als Fotograf“, sagt er. Sondern viel mehr als Knipser“, beschreibt er sein Hobby.

Und seit kurzem hat der Knipser eine neue Seite dabei entdeckt: die Fotografie in seinem Garten. „Man muss nur einmal genauer hinschauen, dann lassen sich hier viele schöne Motive finden.“ Verschiedenste Blumen und Pflanzen nämlich. Vom Frühling bis in den Spätherbst hinein beo­bachtet er ihr Wachsen und Gedeihen und erfreut sich an ihren Farben. Die sich mit der Zeit auch verändern können, wie er festgestellt hat. Wenn zum Beispiel aus Gelb die Farbe Weiß wird. Auf einem seiner ausgestellten Fotos hat er das sehr schön festgehalten.

Überhaupt möchte der Kuhl­hausener damit zeigen, dass er seinen kleinen Wohnort als „sehr lebenswert“ hält. „Wenn nun auch noch das schnelle Internet, auf das wir seit Jahren warten, kommen würde.“

Bedeutung der Farben

Insgesamt sind es 27 Fotografien, an denen sich der Betrachter in der Kuhlhausener Kirche erfreuen kann. In den Mittelpunkt hat Herbert Dierkes dabei die Farben Gelb und Rot gestellt. „Gelb ist Wärme (gelb is Sonne)“... „Gelb hat das ‚Alltagsleben‘ erobert“, „Der Frühling ist gelb“, wird diese Farbe auf Informationsblättern zu den betreffenden Fotos unter anderem beschrieben. Auch zu den Themen „Gelb und Mystik“ sowie „Früher war Gelb tödlich“ ist dort viel Interessantes zu erfahren.

Die Farbe Rot hat ebenfalls viel zu erzählen: „Die Wirkung dieser Farbe ist so einzig wie ihre Natur. Sie gibt einen Eindruck sowohl von Ernst und Würde als von Huld und Anmut“, heißt es zum Beispiel. Oder: „Rot ist die Farbe des Lebens, ... ist Leidenschaft und Sinnlichkeit.“ Es lohnt sich also, die Fotoausstellung in der Kirche einmal in Augenschein zu nehmen. Einige Male ist es Herbert Dierkes auch gelungen, sich auf den Blumen beziehungsweise Pflanzen labende Insekten mit aufs Bild zu bannen.

Die Ausstellung will in erster Linie wirken lassen, was in den Räumen der Kuhlhausener Schinkelkirche hervorragend gelingt, sie soll aber auch zum Nachdenken über Farben anregen.

Interessenten sind hier täglich willkommen, auch am Wochenende. Geöffnet ist die Kirche jeweils in der Zeit von 9 bis 18 Uhr. Und zwar bis Ende Oktober.

Die ausgestellten Fotos können übrigens auch erworben werden. Der Erlös wird für den Erhalt der Kirche verwendet. Interessenten werden gebeten, sich zu diesem Zweck bei Familie Nicksch in der Ringstraße 5 zu melden.