Klietz l 30-jährigen Bestehen der Jägerschaft im Hegering "Mahlitzer Heide" soll wieder ein Jägertag in Klietz stattfinden. Das war auf der Jahresversammlung des Hegeringes „Mahlitzer Heide“ im Klietzer Landguthotel zu erfahren. Im laufenden Jagdjahr, welches Ende des Monats beendet wird, hatten die Mitglieder der Hegegemeinschaft „Mahlitzer Heide“ insgesamt 194 Stücken Rotwild erlegt. Hinzu kommen zwölf gefundene Wolfrisse – es dürften weit mehr gewesen sein. Ferner wurden 154 Rehe sowie 198 Wildschweine gestreckt.

Rückläufiger Abschuss

Trotz milder Winter ist die Tendenz bei den erlegten Sauen weiterhin rückläufig. – Dennoch mahnte Kreisjägermeister Günter Scheffler, die Wildart mit Blick auf die drohende Afrikanische Schweinepest weiter intensiv zu bejagen. Rückläufige Zahlen regis­trierten die Waidmänner auch beim Raubwild: 96 Füchse, 23 Marderhunde, 160 Waschbären, 88 Nutrias und 35 Dachse wurden zur Strecke gebracht.

Trophäen ausgestellt

Präsentiert wurden zudem etliche Trophäen des vergangenen Jagdjahres. Beim Rehwild wurden überwiegend gute Trophäen gezeigt, vor allem vom Klietzer Andreas Schikor. Einige der präsentierten Böcke hätten aber auch älter werden können. Hingucker der Trophäenschau war der ungerade Sechzehnender, welcher vom Rehberger Tom Aselmeyer am 23. September in aller Frühe mit einem Blattschuss nur 400 Meter vom Wohnhaus entfernt in seinem Brunftrudel erlegt worden war. Für die Hirschtrophäe gab es eine Silbermedaille.

Hegeringschießen kam an

Hegering-Vorsitzender Manfred Joachim aus Klietz blickte in seinem Bericht aufs letzte Jahr zurück. Im April hatte das Hegeringschießen auf dem Stand in Kabelitz stattgefunden, was bei den Beteiligten gut ankam. Kann doch jeder hierbei seine Fertigkeit im Umgang mit der Waffe testen und womögliche Fehler abstellen. Andernorts ist solch Schießnachweis schon Pflicht, um weiter zur Jagd gehen zu können. Ein solches Schießen soll auch dieses Jahr stattfinden, neu ist in Kabelitz, dass dort nun auch Tontauben geschossen werden können.

Jäger-Stammtisch als Vorschlag

Zudem hatte der Hegering einen Fallenlehrgang organisiert, welcher im Klietzer Hotel stattgefunden hatte. Präsentiert wurden dabei auch diverse Modelle für die Fallenjagd. Nicht umgesetzt wurde hingegen der Vorschlag eines Jäger-Stammtisches, welcher zusammen mit dem Hegering Elb-Havel-Winkel stattfinden soll. Hierzu werden für die Vorbereitung noch Helfer gesucht – so solch Stammtisch denn überhaupt gewollt ist. In der Diskussion wurde solch Vorhaben begrüßt, in der letzten Zeit habe das Miteinander der Jäger etwas gelitten. Hierbei könne man sich vielleicht immer zu einem bestimmten Thema austauschen – am besten in der kalten Jahreszeit, da habe man mehr Zeit.

Mehr in die Öffentlichkeit gehen

Die Mitgliedschaft im Landesjagdverband dürfe nicht in Frage gestellt werden, mahnte Manfred Joachim mit Blick auf vereinzelte Kritiken. Denn der Verband sei Interessenvertretung und Sprachrohr aller Waidmänner. Ansonsten werde den Jagdkritikern das Feld überlassen. Der Verband hatte zudem Stellung zum Natura-2000-Schutzgebiet bezogen sowie eine Firma zur Vermarktung von Pelzen gegründet. Überhaupt müsse man solche Aktivitäten der Jäger wie biotopverbessernde Maßnahmen oder den Kampf gegen invasive Wildarten wie Waschbär und Mink besser in der Öffentlichkeit propagieren. Dem soll auch der Jägertag dienen, welcher im kommenden Jahr – verbunden mit einem abendlichen Ball – anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Havelberger Jägerschaft stattfinden soll. Zur Vorbereitung seien viele Helfer und auch Sponsoren nötig, auch soll ein Komitee gebildet werden.

Jägertage waren immer Erfolge

Die Jägertage, welche in Klietz und Schollene stattgefunden hatten, seien immer gut angekommen, bekräftigte Uli Bomüller. Auch stimmte er der verstärkten Öffentlichkeitsarbeit zu: Die Jäger dürfen nicht alle Anfechtungen kritiklos hinnehmen, meinte er mit Blick auf in der Volksstimme veröffentlichte Lesermeinungen. „Dabei ist aber ein jeder Waidgenosse gefragt“, ergänzte Kurt-Werner Balke aus Klietz, einstiger Leiter des örtlichen Bundesforstamtes. Manfred Joachim schlug vor, eventuell einen Obmann für die Öffentlichkeitsarbeit zu berufen.

Wildschäden müssen anders reguliert werden

Mit Christian Holzendorf gibt es einen solchen auch für das Hundewesen. Bei ihm sollen erfolgreich absolvierte Prüfungen der Vierbeiner und andere Veränderungen gemeldet werden, damit man bei möglichen Nachsuchen umgehend auf die entsprechenden Hunde zurückgreifen kann.

Probleme in großen Maisschlägen

Um eine Änderung der aktuellen Wildschadensverordnung ging es Günter Scheffler: Das Regelwerk ist einige Jahrzehnte alt und bezog sich auf Feldfrüchte, welche für die Versorgung von Menschen und Tieren angebaut werden. Inzwischen gibt es die größten Probleme in den riesigen Maisschlägen, welche ausschließlich für die Biogasanlagen angebaut werden. Um eine Aktualisierung der Vorschrift erreichen zu können, sind aussagekräftige Statistiken nötig. Dazu hatte es vor einiger Zeit schon mal eine Umfrage gegeben, bei welcher es leider keine Rückmeldungen gegeben hatte, informierte Günter Scheffler. Jetzt soll nochmals eine Initiative gestartet werden, wobei alle Revierinhaber und Jagdgenossen erneut gefragt sind. Je mehr sich beteiligen, desto eher könne man etwas bewirken. Die eingesandten Zahlen werden natürlich vertraulich behandelt, erklärte der Kreisjägermeister.

Messen hätten mehr Resonanz verdient

Auf die Hubertusmessen, welche im Herbst in den Kirchen in Kamern und Jerichow stattgefunden hatten, machte Marco Braunschweig aus Kamern aufmerksam. Sie hätten unter den Waidmännern mehr Resonanz verdient.