Klietz l Normalerweise umsorgt Edith Läufer seit über 20 Jahren die zahlreichen Besucher auf dem Museumshof in Klietz, erklärt und demonstriert ihnen alte Handwerkstechniken sowie längst vergessene Utensilien oder bewirtet die Gäste. Doch diesmal durfte sie ausnahmsweise mal die Hände in ihren Schoß legen: Zu ihrem 80. Geburtstag hatten sich zahlreiche Gratulanten eingefunden.

So zog die Singegruppe des Heimatvereins Havelberg singend auf den alten Bauernhof, Heide Schumann gratulierte natürlich auf Platt und wünschte ihr viel „Tied“ und Gesundheit. Denn Edith Läufer ist natürlich immer bei den Treffen der Havelberger Plattsnaker dabei – und nimmt nebenbei auch viele Solo-Termine wahr. So ist sie am Mittwoch am Vormittag beim Frauenfrühstück der Kirche in Neuermark-Lübars und am Nachmittag bei der örtlichen Volkssolidaritätgruppe zu erleben. „Das bereitet mir immer viel Spaß“, berichtet sie.

Jahrzehntelanges Engagement

„Was du für unsere Gemeinde getan hast, kann man nicht in Worte fassen“, würdigte Eberhard Wienmeister als stellvertretender Bürgermeister ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement.

Schon zu DDR-Zeiten unterstützte sie die Schularbeitsgemeinschaft „Tierproduktion“, die Kinder beschäftigten sich auf ihrem Hof mit Schweinen und Schafen. Nach der Wende war sie die erste Leiterin der Plattdeutsch-AG der Grundschule, aus der immerhin drei Landessieger hervorgingen.

Edith Läufer, welche am 17. März 1939 in Stendal unter dem Mädchennamen Strackhaar geboren wurde, wuchs ganz in der Nähe, in der Sandauer Straße auf. Nach der Schule wurde sie Landwirtschafts-Meisterin der Tierzucht und später von der LPG „Elbeland“ zur Fachschule nach Beichlingen delegiert, wo sie Veterinärtechnik studierte. Anschließend war sie zehn Jahre beim Kreistierarzt in Havelberg tätig, danach wechselte sie zum Tierarzt Eduard Kunzmann nach Klietz. Mit der deutschen Einheit mussten sich die Tierärzte selbständig machen, weshalb sie den Arbeitsort nochmals wechselte und bis zur Rente in der Agrargenossenschaft Neuermark-Lübars im Schweinestall tätig war.

Lehrerinnen regten Musumshofbildung an

Zwei Lehrerinnen regten nach der Wende die Bildung eines Museumshofes an, da sich auf ihrem Hof allerhand Utensilien angesammelt hatten. Gesagt, getan: 1998 wurde dieser eröffnet und nach und nach um Toiletten und weitere Räume wie den Museumsraum im Dachgeschoss erweitert. In Zusammenarbeit mit dem Schullandheim wurde hier seitdem etliche Schulklassen mit der Historie vertraut gemacht. Um rechtlich abgesichert zu sein, wurde 2002 der Heimatverein Klietz gegründet. Edith Läufer rief zudem die Spinnfrauengruppe ins Leben.

Seit 1966 ist sie mit Uwe Läufer verheiratet, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Inzwischen gesellten sich vier Enkel und drei Urenkel hinzu. Sohn Egbert vermittelt im Museumsdorf Volksdorf nahe Hamburg sogar hauptberuflich Geschichtswissen.