Havelberg l Der Kreiskirchentag der Prignitz wird am 16. August 2020 am Havelberger Dom gefeiert. Das steht bereits seit längerem fest. Auch, dass es deshalb 2020 kein Domfest geben wird. Vielmehr soll die Logistik des Domfestes für den Kreiskirchentag genutzt werden, sagt Dompfarrer Frank Städler. Wie der Tag genau inhaltlich gestaltet werden kann, soll beim nächsten Treffen der Arbeitsgruppe im August besprochen werden. Die Idee ist, Maria als Thema zu wählen. „Der Dom ist der Jungfrau Maria geweiht, ich wäre dafür“, so der Pfarrer.

Maria im Mittelpunkt

Auch wenn in der evangelischen Kirche Heilige nicht so die Rolle spielen und beim Gebet nicht angerufen werden wie in der katholischen Kirche, so lohnt es sich dennoch, darüber nachzudenken und das Thema Maria aus evangelischer Sicht zu beleuchten. „Dazu lässt sich viel machen und das Thema ist ökumenisch.“ Vor dem Hintergrund, dass der Dom Sankt Marien so wie die meisten Kirchen seinen Namen auch nach der Reformation behalten hat, bieten sich viele Themen an.

Deshalb ist auch eine Predigtreihe geplant unter dem Titel „Die Heiligen und wir“. Rund 500 Jahre ist der Dom evangelisch, rund 350 Jahre war er katholisch. „Wir haben das gleiche Glaubensbekenntnis, die gleiche Bibel. Wir streben alle danach, gut zu sein im Leben. Man sucht Vorbilder. In der katholischen Kirche sind Heilige die Vorbilder. Was machen Apostel und Märtyrer in der evangelischen Kirche? Die Domweihe ist ein guter Anlass, darüber nachzudenken, wie heilig die evangelische Kirche ist“, erklärt Frank Städler. Sechs, sieben Termine über die Sommermonate verteilt soll es für die Predigtreihe geben.

Kathrin Städler, die seit einigen Jahren das Projekt „Spiritualität am Dom“ mit Leben erfüllt, will sich ebenfalls dem Thema Maria widmen.

Die Arbeitsgruppe bereitet außerdem in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung eine wissenschaftliche Fachtagung zur Domgeschichte und der Bedeutung des Bistums vor. Diese wird im Juni nächsten Jahres an einem Wochenende stattfinden unter Beteiligung von Museologen, Kunsthistorikern, Bauforschern und Mittelalterforschern. Die Ergebnisse der Tagung sollen im Anschluss in Buchform erscheinen.

Marienaltar in Originalgröße

Der Wunsch war es, den spätgotischen Marienaltar, der ursprünglich im Dom gestanden hat und sich seit 400 Jahren in Rossow bei Wittstock befindet, für das Jubiläumsjahr leihweise nach Havelberg zu holen. 1607 ist der Altar in die Rossower Kirche gekommen, im Dom wurde ein barocker Hochaltar errichtet. „Wir wollten damit die Brüche der Geschichte zeigen. Doch hat die Kirchengemeinde Rossow das abgelehnt. Die Idee ist deshalb nun, ein Foto des Altars eins zu eins auf Leinwandmaterial zu bringen. Damit können wir den Altar in seiner Originalgröße an seinem einstigen Platz, vor dem Johannes-Altar temporär zeigen, eben nur nicht in seiner Plastizität. Gespräche mit Fotograf und Tischler gibt es dazu“, berichtet der Pfarrer.

Eine weitere Idee ist es, wieder einen Radiogottesdienst zu veranstalten. Dieses Mal mit der Übertragung aus dem Dom in deutschlandweiter Ausstrahlung. Die Premiere eines Radiogottesdienstes in Havelberg hatte es im Januar gemeinsam mit dem RBB gegeben. Dieser kam gut an. Bei der anschließenden Telefonschaltung meldeten sich Anrufer aus verschiedenen Regionen.

Abgewählt worden ist der Vorschlag, das für Havelberg vorgesehene Bernsteinfestival in das Dom-Jubiläum zu integrieren. Das würde zu viel werden.

Musikalisch wird es zur 850-jährigen Domweihe auch einige Höhepunkte geben, wie Frank Städler weiter berichtet. Zum Beispiel ist angedacht, dass Chöre aus dem Kirchenkreis Prignitz zum Kirchentag in Havelberg auftreten.