Wulkau l Der Magdeburger Erzbischof Theodorich stiftete 1367 ein Hospital zu Sandau und überwies dazu einen großen Teil seiner Einkünfte aus Wulkow. Die Urkunde, welche sich im Landesarchiv befindet, erwähnte am 13. August 1367 erstmals den Namen Wulkau – mithin kann der Kamernsche Ortsteil in diesem Jahr den 650. Jahrestag seiner schriftlichen Ersterwähnung feiern.

Um das Jubiläum entsprechend groß begehen zu können, haben die Wulkauer 2016 extra auf ihr Dorffest verzichtet – so konnte man das Geld ansparen. In den letzten Monaten gab es bereits drei Treffen zur Vorbereitung, ein Termin-Gerüst steht inzwischen.

Eröffnet werden sollen die Feierlichkeiten, die nicht nur auf den Dorffesttag beschränkt sind, am 16. Juni in der Kirche. Geplant ist ein Orgelkonzert, womöglich könnte auch die junge Band „Kopf & Kragen“ oder ein Havelberger Gesangsduo auftreten. Das wird noch ausgehandelt.

Ausstellung zum Jubiläum in der Kirche geplan

Geplant ist im Gotteshaus zudem eine kleine Ausstellung zur Ortsgeschichte. Ilona Knoke stellt dafür ihre Sammlung des einstigen „Jerichower Kreisblattes“ zur Verfügung, Erika Kügler steuert alte Klassenfotos von 1920 bei und Andreas Düwert besitzt ein altes Telefonbuch aus dem Jahr 1922 mit Adressen und Berufen aus Wulkau. Genutzt werden soll zudem die Chronik der Feuerwehr. Ferner bereitet Erika Kügler eine Broschüre zum Jubiläum vor.

Groß gefeiert wird dann am 17. Juni. Wenn alles klappt und es genügend Rückmeldungen gibt, soll es einen Umzug mit alter Technik wie schon vor einigen Jahren geben. Die Frauentanzgruppe des Karnevalsklubs WKC soll auftreten, auch eine Modenschau ist geplant. Das Therapieheim bietet wieder eine Bastelstraße an, Feuerwehr und WKC sind mit dem Preiskegeln beteiligt, der Klietzer Schießwagen ist eingeplant, die Jagdgenossen laden zum Nagelwettbewerb und präsentieren eine Ausstellung. Für die Jüngsten werden Gokarts und Hüpfburg bereit stehen, der Jugendklub bietet zudem Glasfräsen an. Auch die Feuerwehr will Kinderbelustigungen anbieten.

Der nächste Höhepunkt, welcher auch schon im Zeichen des Dorfjubiläums steht, ist am 18. März das Schmücken des Ostereierbaumes vorm Grundstück von Anke Blümner. Der Backofen soll dazu angeheizt werden, um 15 Uhr werden dann hier 1500 Eier aufgehangen.

Ebenfalls ganz im Zeichen des Jubiläums werden das Aufstellen des Maibaumes am 29. April sowie der Fackelumzug am 30. September stehen. An letztgenanntem Tag soll der alte steinerne Wegweiser in der Kurve vorm Ortsausgang nach Kamern ebenfalls wieder aufgestellt werden.

Einen gemütlichen Abend mit historischen Filmaufnahmen schlug Ilona Knoke vor, es gibt historische Aufnahmen von der LPG, von Faschingsveranstaltungen sowie von der Vogelwelt im Jederitzer Holz. Dieser Filmabend könnte zum Ausklang des Festjahres erfolgen, schlug Caren Pfundt vor – dann könnte man auch Fotos von den einzelnen Aktionen des Jahres präsentieren.

Die nächste Zusammenkunft der Organisatoren ist am 9. März im Jugendtreff.

Womöglich ist Wulkau sogar noch weitaus älter, denn der slawische Ortsname „Wulkowe“ taucht auch in einer Urkunde aus dem Jahre 1144 auf. Allerdings weiß man heutzutage nicht genau, ob es sich dabei nicht auch um das Wulkow bei Genthin handelt. Deshalb gingen die Wulkauer lieber auf Nummer sicher und wählten das Jahr 1367.

Die Herkunft des Ortsnamens wird verschieden gedeutet: Einmal könnte er nach dem slawischen Gott der Herden namens Woloß benannt worden sein. Andererseits – und das mag wahrscheinlicher sein – nach dem Wolf, welcher auf Altslawisch „wolk“ hieß. Im Russischen heißt das Raubtier noch immer so.