Schollene l 100 Jahre! Diesen seltenen Geburtstag hat die Schollenerin Charlotte Heidepriem am Sonnabend gefeiert. Auf der Terrasse im Obergeschoss des Seniorenwohnparks war der Geburtstagstisch mit Kaffee und Kuchen gedeckt und die Gäste sangen gemeinsam mit Bewohnern und Mitarbeitern das Geburtstagslied „Wie schön, dass du geboren bist“. Zu den Gästen gehörten ihr Sohn Walter und Schwiegertochter Margret aus Magdeburg, die einstigen Kegelschwestern Christel Jelitte, Rosi Ruge und Edith Rosin sowie Hans-Joachim Krause.

„Sie war mal meine Chefin“, stellt dieser sich vor und berichtet, dass er einst Kfz-Schlosser im Betrieb von Charlotte Heidepriems Mann gelernt hat. Er hatte eine Kfz-Werkstatt und sie fuhr auch immer mal Taxi. „Das ging Tag und Nacht, so, wie man gebraucht wurde“, erinnert sie sich. Doch die meisten Schollener kennen sie wohl eher als Sprechstundenhilfe beim Arzt beziehungsweise Krankenschwester im Krankenhaus, das sich einst in dem nur 50 Meter vom Seniorenwohnpark befindlichen früheren Schloss befand.

Nicht nur deshalb fiel ihr der Umzug in die Einrichtung nicht gar so schwer. Sie findet sich gut zurecht auf dem Areal und kennt natürlich auch viele Bewohner und Mitarbeiter des Hauses, erzählt ihr Sohn. Bis sie vor gut einem Jahr dort einzog, lebte sie in ihrer Wohnung und machte noch etliches allein.

Leben nehmen, wie es ist

1933 verschlug es Charlotte Heidepriem nach Schollene. In Hamborn nahe Duisburg war sie geboren und aufgewachsen. Als junges Mädchen konnte sie wählen zwischen einem Jahr Arbeitsdienst oder einem Landjahr. Sie entschied sich für Letzteres und erhielt 400 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt ihre Stelle beim Bauern. Sie lernte ihren späteren Mann kennen und blieb in dem Dorf an der Havel. Mit ihm zog sie zwei Söhne groß. Einer ist, ebenso wie ihr Mann, schon verstorben. Heute gehören fünf Enkel, neun Urenkel und acht Ururenkel zur Familie.

„Man muss das Leben nehmen, wie es ist und so gut man kann“, sagt Charlotte Heidepriem. Mit den Kegelschwestern plaudert sie an ihrem Ehrentag über das gemeinsam Erlebte. Sie haben viel zusammen gekegelt. Und als das nicht mehr so ging, trafen sie sich zum Canasta-Spielen. Überhaupt hat die Jubilarin gern Karten gespielt. An Wochenenden fuhr sie viel Fahrrad. Auch Handarbeiten gehörte zu ihren Hobbys. Heute fühlt sie sich im Seniorenwohnpark wohl.