Schollene l So ein runder Geburtstag ist ein guter Anlass, zurück zu schauen. Wer könnte das besser als Uwe Schneider, fast von Anfang an dabei, davon 21 Jahre Präsident. Während er sich auf „40 Tage, 40 Nächte – Maskenball zum Jubelfeste“ freut, schwelgt er – wie es zu Jubiläen üblich ist – auch gern in Erinnerungen. Schließlich ist der Karneval „schuld“ daran, dass er in Schollene sein Glück fand. 1979 war der Cottbusser als Soldat im Feldlager Großwudicke, als Werner Rohrschneider die Männer ansprach und zum Jugendkarneval einlud. Da fand bereits die zweite Session statt.

Im Jahr zuvor hatten sich Frohnatur Christa Heidepriem als Vorsitzende des rührigen Dorfclubs und Götz Hagen von Kirn von den „electric‘s“ überlegt, doch mal Karneval zu feiern – die Geburtsstunde des närrischen Treibens. Ein Motto gab es zur ersten Prunksitzung im Saal „bei Pietz“ (Gaststätte „Linde“) nicht. Aber die Stimmung war super und die Schollener hatten Narrenblut geleckt. So hieß es 1979 „Für das Narrenschiff geht die Fahrt frei – Schollene ahoi!“ Der Schlachtruf ist der Geschichte des Havel-Dorfes geschuldet, in dem viele Schiffer ansässig waren. In jenem Jahr ist also auch Uwe Schneider Gast, wirft nicht nur ein Auge auf die närrischen Beiträge, sondern auch auf Sabine Steffen, die er ein Jahr später heiratet.

Jörg Damker, der bis 2007 sehr engagiert war und unermüdlich Spenden eingeworben hat, bringt Uwe Schneider dazu, beim Karneval mitzumachen. Zunächst als Techniker, dann im Männerballett, im Elferrat und als Moderator in Kooperation mit Ortwin Goldbach – ebenfalls ein Karnevals-Urgestein.

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Präsidentenwechsel 1989

1988 bahnt sich ein Generationswechsel im Elferrat an. Christa Heidepriem, immer mit ihrem Akkordeon für beste Stimmung sorgend, übergibt das Präsidenten-Zepter im Wendejahr an Uwe Schneider. Die „alte Riege“ unterstützt die Jungen im Elferrat. Fast alle sind bis heute, ein paar Neue sind dazu gekommen: Jens Schulze, Maic Sturm, Frank Grigat, Volker Woltersdorf, Wilfried Schöning, Gerd Sasse, Ortwin Goldbach, Uwe Schneider, Burghard Nikisch, Hartmut Gothan, Olaf Brunow, Stefan Koch und Burghard Grigo – er ist tatsächlich von Anfang an dabei, war mit seiner Frau wiederholt Prinzenpaar!

„Der Anfang nach dem Generationswechsel war mehr als schwer, denn wir hatten gar kein Geld“, erinnert sich Uwe Schneider an Höhen und Tiefen. „Unter Finanzchef Rolf Puppe, der wirklich ein Erbsenzähler vor dem Herrn war und knallhart kalkulierte, schafften wir es, die klammen Jahre zu überwinden. Die Gemeinde war und ist uns dabei genau wie die Sponsoren stets eine große Hilfe. Wir haben immer vor Ideenreichtum gestrotzt und konnten dem Publikum tolle Programme bieten“, ist Uwe Schneider stolz auf den Zusammenhalt der Truppe, die seit 1991 im Verein SKK organisiert ist. Er berichtet von Arbeitseinsätzen, als die Jecken beispielsweise den Parkettboden bei „Pietz“ mühsam abgeschliffen haben oder als nach dem Umzug 1994 von der Gaststätte in die Turnhalle die Nebenräume für den Verein in Eigenregie hergerichtet wurden.

Auch die Bühne haben Steffen Ruschka, Hansi Karew, Burghard Nikisch und Uwe Schneider 1998 selbst gebaut und 2005 noch erweitert. Unvergessen sind auch die Sommerfeste in den 90-ern, die die Karnevalisten auf die Beine stellten. „Da konnten wir den Gästen richtig was bieten“, berichtet Uwe Schneider sogar von Rundflügen, die Marina und Jörg Damker organisierten: Die in Schönhausen stationierte Cesna startete auf dem Feldflugplatz bei Molkenberg und zog ihre Kreise über Schollene, abends war Tanz „mit erotischer Überraschung“.

Im Jahr 2010 tritt Olaf Brunow, bis dato Büttenredner, an die Spitze des Vereins. Er ist nicht nur Präsident, sondern moderiert auch zusammen mit Sabine Fringel charmant die Prunksitzungen.

Erinnerung an Christa Heidepriem

Im vergangenen Jahr ist Christa Heidepriem verstorben. „Ihr haben wir viel zu verdanken“, würdigt Uwe Schneider ihr Engagement. Der Karneval ist unvergessen mit ihrem Namen verbunden. Zu denen, die ebenfalls im Einklang mit dem SKK stehen, gehört Torsten Heidepriem, der schon am Anfang als Schüler auf der Bühne stand und bis heute zusammen mit seiner Frau Anke die Lachmuskeln der Zuschauer strapaziert. Oder Johannes Meyer, aus dessen Feder der erste Schlager „Dreht euch, küsst euch“ stammt, oder Dekorateurin Christine Kowalkowski. Die Hymne „Santa Schollene“ geht auf eine Co-Produktion von Uwe Schneider (Musik) und Torsten Heidepriem (Text) zurück.

Und es gibt viele weitere, die den Karneval in Schollene zu dem machen, was ihn bekannt und beliebt macht – alle Namen der einst und jetzt rund 80 Mitwirkenden kann man nicht aufzählen. Egal ob Gardemädchen, Männerballett, Tanzgruppen, Solisten, Techniker (hier sind Jörg und André Scherf sowie Mike Ziemann zu erwähnen), Büttenredner wie Willi Urner und Trautchen Honold, Kostümschneider oder Kulissenbauer – alle haben sich einen Orden verdient! Den verleiht in diesem Jahr auf dem Maskenball ein neues Prinzenpaar.

Was sich Uwe Schneider zum Jubiläum wünscht? „Dass wir weiter gute Ideen haben, zusammenhalten und dass genug junge Leute nachrücken.“ Schollene Ahoi!