Sandau l „Die Anfang des 13. Jahrhunderts erbaute Backsteinbasilika ist bei Gemeindemitgliedern wie bei Touristen beliebt“, heißt es zu Beginn der Begründung. Laut Pfarrer Hartwig Janus sei St. Laurentius der unangefochtene Mittelpunkt der kleinen Stadt an der Elbe. Konzerte und Ausstellungen finden hier regelmäßig statt, aber auch Familienfeiern und Klassentreffen.

Die Stiftung, kurz KiBa genannt, unterstützt in ganz Deutschland den Erhalt von kirchlichen Bauten. Im Jahresdurchschnitt werden für über 100 Förderanträge insgesamt um die 1,5 Millionen Euro ausgegeben. Im Zuge der laufenden Dachsanierung kam auch die Sandauer Kirche in den Genuss einer Förderung durch die KiBa. Diese stellte 15.000 Euro für das neue Chordach bereit.

Nur wenig befallene Hölzer

Im Chor, dem zweiten Bauabschnitt der Dachsanierung, fanden die Zimmerleute aus dem brandenburgischen Herzberg zum Glück nicht all zu viele befallene Hölzer im Dachgerüst. Lediglich einige Teile, welche nahe der Fassade der Witterung ausgesetzt waren, mussten ausgewechselt werden. Weit schlimmer hatte es im ersten Bauabschnitt – also über dem Kirchenschiff – ausgesehen, hier mussten weit mehr Hölzer als befürchtet erneuert werden. Was die Baukosten enorm in die Höhe trieb – so dass nun bei den Folgeabschnitten mit spitzem Stift gerechnet werden muss.

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Die Zimmerleute sind im Chor inzwischen fertig, in dieser Woche nahmen die Dachdecker ihre Arbeit auf. Hier bekam von der Kirchgemeinde wieder die Firma aus Roßdorf bei Genthin den Zuschlag, welche auch das Schiff eingedeckt hatte. „Die Arbeiten liegen im Zeitplan“, erklärte Planer Stefan Tietke aus Havelberg. Dieser Tage wird die neue Lattung aufgebracht. Auch die Traufbereiche müssen noch hergestellt werden. Geplant ist die Fertigstellung des Chordaches noch in diesem Monat.

Nordsakristei als nächster Abschnitt

Derweil arbeiten die Zimmerleute schon am nächsten Abschnitt – der Nordsakristei. Hier wurde das komplette Gestühl abgenommen: Beim Beschuss zu Kriegsende war eine Granate eingeschlagen, man hatte das Gestühl nur notdürftig repariert. In den nächsten Tagen wird es komplett neu errichtet. Im November soll dann auch diese Baustelle übergeben werden – so denn das Wetter weiterhin mitspielt.

Von Ostern bis zum Reformationstag halten ehrenamtliche Kirchenführer das Gotteshaus täglich von 10 bis 16 Uhr offen. Obwohl das Hauptschiff bis vor kurzem eingerüstet war, seien die Besucherzahlen „konstant gut geblieben“, berichtete der Pfarrer der KiBa. Er freut sich, dass mit der Kürung Sandau auch deutschlandweit bekannt wird.

Im Sinne seiner vielen Besucher soll der Turm übrigens in Kürze auch mit öffentlichem WLAN ausgestattet werden.