Havelberg l An der Betriebsversammlung ab 13 Uhr werden neben dem Vorstandsvorsitzenden der KMG Kliniken Stefan Eschmann und Vorstand Jennifer Kirchner-Bauer auch der Geschäftsführer des KMG Klinikums Havelberg Ingo Engelmeyer, eine Vertreterin des Konzernbetriebsrates sowie der Betriebsrat mit seinem Anwalt teilnehmen. Zuvor gibt es ein Gespräch des Betriebsrates mit Vorstand und Geschäftsführung, berichtet die Betriebsratsvorsitzende Sandra Braun.

Während Mitarbeiter in ihrer Freizeit weiterhin Unterschriften für den Erahlt des Krankenhauses sammeln, läuft der Betrieb im Krankenhaus weiter. Es fanden auch Operationen statt. Auch die Auszubildenden sind weiterhin fleißig dabei, ihre Aufgaben zu erfüllen. Für Montag haben die Lehrlinge des ersten Lehrjahres bei der Schule eine Freistellung beantragt, um an der Betriebsversammlung teilnehmen zu können.

Was ist, wenn es kein Krankenhaus mehr in Havelberg gibt, spielt dieser Tage in vielen Gesprächen eine Rolle. Beim Neujahrsempfang berichtete zum Beispiel René Meier im Gespräch mit der Volksstimme, dass Soldaten der Bundeswehr öfter in das Klinikum gebracht werden. „Wenn auf dem Standortübungsplatz Nitzow ein Unfall passiert, übernehmen unsere Sanitäter die Erstversorgung. Im Anschluss erfolgt an der Platzgrenze die Übergabe an den zivilen Rettungsdienst. Zur weiteren Versorgung werden die Soldaten oft ins Krankenhaus gebracht. Auch bei Sportunfällen in der Kaserne. Zum Beispiel, wenn es ums Röntgen geht. Wir stützen uns schon auf die zivile Rettungskette.“

Zu hören ist jetzt aber auch oft, dass die Schließung nur eine Frage der Zeit war und langfristig darauf hingearbeitet wurde. Ein Volksstimme-Leser kritisierte in seinem Leserbrief, dass die Havelberger Stadträte die Zeichen nicht erkannt und sich nicht daran gestört hätten, dass es Schließungen gab oder die neue ITS nie eröffnet wurde.

Jedoch: Der Sozialausschuss des Stadtrates hat zweimal im Haus getagt, um sich über die Entwicklung zu informieren und wollte im Oktober 2019 dort wieder tagen. „Der Termin wurde allerdings kurzfristig abgesagt“, berichtet Ausschussvorsitzende Doreen Müller.

Bürgermeister Bernd Poloski berichtet von Gesprächen mit der KMG-Geschäftsführung und dem Sozialministerium meist einmal im Jahr. Im Herbst 2019 spielte eine wichtige Rolle, dass das Klinikum in der Krankenhausplanung des Landes bleibt. Mit der Zusage von 37 Planbetten war die formale Voraussetzung geschaffen. Auch Gespräche zur finanziellen Unterstützung etwa nach dem Sicherstellungszuschlag hat er begleitet. Und nachdem im Dezember die Nachricht vom Seniorenheim plus Krankenhaus kam, dachte er, dass die stationäre medizinische Versorgung in Havelberg zunächst gesichert ist.