Havelberg l Neben all den Gedanken daran, was sie noch tun können, um den Kampf ums Krankenhaus Havelberg hoffentlich bald mit einer zukunftsfesten Lösung beenden zu können, an die Suche nach Antworten, wie mit den Ende März erhaltenen Kündigungen und nun teilweise schon angebotenen Arbeitsplätzen in dem von der KMG anstelle des Krankenhauses geplanten Seniorenheimes umzugehen ist, sowie an die Situation in der aktuellen Corona-Krise, ist den Mitarbeitenden zu Ostern auch das wichtig: Allen Unterstützern danke zu sagen, die seit 10. Januar dafür kämpfen, dass es auch künftig eine stationäre medizinische Versorgung in Havelberg gibt.

Der Betriebsrat um die Vorsitzende Sandra Braun hat in dieser Woche zahlreiche Briefe verschickt an diejenigen, die ihnen seit dem Bekanntwerden der Schließungspläne durch die KMG zur Seite stehen. Da sie nicht alle mit einem persönlichen Schreiben erreichen können, ist hier der Ostergruß abgedruckt.

Ein Brief ging in dieser Woche auch an Sozialministerin Petra Grimm-Benne, in der sie nochmals um Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Träger gebeten wird.

Mut machen in diesen Zeiten, ist wichtig. Deshalb hatte Sandra Braun am vergangenen Wochenende alle Kolleginnen und Kollegen aufgerufen, Lieblingsfotos in die gemeinsame WhatsApp-Gruppe zu stellen, die ihre Gedanken und Gefühle ausdrücken. Da kam eine große Vielfalt zusammen: Fotos zeigten etwa Kinder und Enkel, frühlingshafte Dekorationen zu Hause, Erinnerungen an frühere Zeiten, Haustiere, Naturaufnahmen... Lichtblicke, die helfen sollen, die trüben Gedanken zu vertreiben. Schwester Karola Schulze schrieb dazu aber auch ihre Forderungen an die Politik für das Gesundheitswesen nieder. Klatschen allein für die Ärzte, Schwestern und Pfleger, wie es in diesen Zeiten oft geschieht, reiche nicht. Vielmehr sind die Rekommunalisierung der Krankenhäuser, bessere Bezahlung der Mitarbeiter, individuelle familienfreundliche Dienstplan-Gestaltung und damit die Einstellung von mehr Personal erforderlich. Zudem fordert sie Respekt und Wertschätzung der Mitarbeiter.

Die Verhandlungen zum Sozialplan, die am Mittwoch in Berlin stattgefunden haben, sind wiederum ohne konkrete Ergebnisse verlaufen und vertagt worden. Wie der Rechtsanwalt des Betriebsrates Karsten Sparchholz berichtet, ist der nächste Termin der Einigungsstelle für 22. April in Berlin geplant. Wieder mit zwei Beisitzern von Seiten des Betriebsrates und zwei Vertretern von der Arbeitgeberseite. An diesem Tag wird dann der sogenannte Spruch durch den Leiter der Einigungsstelle erwartet, also der Abschluss des Sozialplanes. Da dieser Termin nach dem Ende der Klagefristen zu den Kündigungen liegt, rechnet der Rechtsanwalt nun mit Kündigungsschutzklagen durch die Mitarbeiter. Denn sie wissen nicht, mit welchen Abfindungsregelungen sie rechnen können.

Vor dem Krankenhaus hat es am Donnerstag wieder eine Aktive Mittagspause durch die Mitarbeiter gegeben: Wegen Corona wieder als Solo-Demonstranten.

Brief als Dankeschön

Ostern ist ein Fest der Freude. Wir feiern Ostern, da Ostern im Christentum das Fest der Auferstehung von Jesu Christi ist.

Leider wird dieses Fest in diesem Jahr durch das Coronavirus überschattet. Jeder muss für sich, oft ohne die Familie, die Festtage verbringen. Das ist nicht immer einfach. Auch sind die Kirchen und Gotteshäuser, wo wir uns hätten in diesen Tagen Trost und Beistand holen können, geschlossen. Für viele Menschen kommt da einiges durcheinander.

Deswegen möchten wir, die Belegschaft des Krankenhauses Havelberg, allen Bürgern in und um Havelberg ein frohes Osterfest, viel Gesundheit, Mut und Vertrauen wünschen. Wir werden diese Krise überstehen und aus ihr gestärkt hervorgehen.

Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und Solidarität sind in dieser Zeit sehr wichtig. Die Menschen in Havelberg und Umgebung haben diese Eigenschaften bewiesen, indem sie mit uns Seite an Seite für den Erhalt unseres Krankenhauses gekämpft haben. Dafür herzlichen Dank!

Unsere Gedanken sind auch bei den erkrankten Kollegen und Mitbürgern in dieser Zeit, wir wünschen allen baldige Genesung.

Im Namen der gesamten Belegschaft wünscht der Betriebsrat frohe Osterfeiertage.