Havelberg l Zum stillen Protest haben sich am Donnerstagmittag Mitglieder des Vereins „Pro Krankenhaus Havelberg“ auf dem Domplatz versammelt. Die ehemaligen Mitarbeiter des Klinikums und Unterstützer kämpfen nun unter dem Dach des Vereins zusammen für vernünftige medizinische Grundversorgung für die Region. Nach den wöchentlichen Mittagspausen von Januar bis Anfang Oktober wollen sie an jedem ersten Donnerstag zu einer öffentlichen Veranstaltung einladen. Doch bremste Corona auch sie aus. Wegen der Kontaktbeschränkungen konnte die erste Demo des Vereins, für die Redner zugesagt hatten und eine Ausstellung vorbereitet war, nicht wie geplant stattfinden.

Stattdessen trafen sich die Vereinsmitglieder zum stillen Protest. In gebührendem Abstand stellten sie sich im Kreis auf und hielten Plakate und Schilder hoch. Vereinsvorsitzender Holger Schulz hatte aus dem Archiv ein Foto des Krankenhausgründers Dr. Werner Krätzig mitgebracht. „Er ist der Urvater und wir lassen nicht zu, dass sein Werk zerstört wird“, machte er das Ziel deutlich, das Krankenhaus in Havelberg wieder zu eröffnen. Der Obermedizinalrat hatte das Krankenhaus 1947 gegründet und den Neubau am Dom, der 1974 vollendet war, vorangetrieben, weiß Joachim Müller zu berichten. Er war 40 Jahre am Krankenhaus tätig und unterstützt den Kampf ums Krankenhaus.

Zu diesem Thema gibt es nichts Neues von Seiten des Landrates, der bekanntlich den Auftrag hat, mit der KMG über den Kauf der Immobilie zu verhandeln. „Wir wollen nächste Woche Donnerstag wieder zur Kreistagssitzung nach Stendal fahren“, kündigte Sandra Braun für den 12. November an.

Im Internet präsent

Auf der Tagesordnung steht das Krankenhaus nicht, wie Kreistagsmitglied Mario Blasche (Die Linke) am Donnerstag berichtete. „Wir hoffen, dass wir wenigstens im nicht öffentlichen Teil Informationen bekommen. Die Situation ist auch für uns unbefriedigend, wir haben in den vergangenen Wochen nichts zum Thema gehört.“ Am Mittwoch hatte der Sozialausschuss des Landtages zum Havelberger Krankenhaus beraten. Auf Nachfrage erfuhr Mario Blasche von einem Abgeordneten der Linken, dass es auch dort nichts Neues gab und das Thema in der nächsten Sitzung wieder eine Rolle spielen soll.

Der Verein „Pro Krankenhaus“ hat nun auch eine Internetpräsentation. Sandra Braun hat diese kreiert. Sie soll nach und nach weiter gefüllt werden. „Havelberg braucht ein Krankenhaus!“ heißt es dort auf der Eingangsseite. Und: „Aus diesem Satz kommt alle Kraft, die den Verein ,Pro Krankenhaus Havelberg‘ entstehen ließ.“ Die Ziele sind klar formuliert unter https://pro-krankenhaus-havelberg.webador.de/

Auch ein Spendenaufruf wird dort zu finden sein. Für das Gerichtsverfahren benötigt der Verein 500 bis 1000 Euro, sagte Holger Schulz. Der Verein hat beim Sozialgericht Klage gegen den Landrat eingereicht, damit der Landkreis seiner Pflicht zur Gesundheitsversorgung nachkomme.