Elb-Havel-Region l Verführerisch ist der Duft, der durch die Küche zieht. Die Küchenspione Jenny Freier (Tourismusmanagerin Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land) und Marina Heinrich (Sachgebietsleiterin Kultur und Tourismus der Hansestadt Havelberg) sowie Bloggerin Julia Gröger aus Hannover können es kaum erwarten, bis die 30 Minuten endlich um sind und der Backofenwecker klingelt. Die Spione gehen den beiden Küchenchefs Barbara Bleis und Susanne Northe, vor 20 Jahren Mitbegründerinnen des Landfrauenvereins Schönhausen und Umgebung, zur Hand.

Kalender zum Jahresende

Viele Hände bereiten der Arbeit ein schnelles Ende! So sind Spargel-Quiche als Hauptgericht und die Buttermilchkaltschale „Errötendes Mädchen“ als Nachspeise rasch zubereitet. Und nebenbei viele Fotos geschossen. Denn nicht nur die Volksstimme begleitet die Aktion von Verbandsgemeinde und Einheitsgemeinde, sondern auch die Bloggerin „foodqueenjulia“ wird im Internet für die Gerichte und die Region werben. Denn Anliegen der Aktion „Küchenspione“ – dritter Kooperationspartner ist hier übrigens noch die Leader Lokale Aktionsgruppe Elb-Havel-Winkel – ist es, den Menschen vor Ort zu zeigen, welche kulinarischen Schätze es hier gibt und Touristen den Mund wässrig und damit einen Besuch in der Elb-Havel-Region schmackhaft zu machen. Am Ende des Jahres entsteht nach zwölf Kochterminen bei Profi- sowie Hobbyköchen ein Kalender mit Begleitheft. Die Küchenspione waren bereits in der Warnauer „Fischerstube“, in der Havelberger „Güldenen Pfanne“ und im Hohengöhrener „Stadt Braunschweig“. Den Landfrauen folgen im Monat Mai die Dammschen, die Berheé zubereiten.

Kaltschale mit Vanillesoße

Für den Besuch bei den Landfrauen lud Barbara Bleis in ihre gemütliche Küche ein. Mit guter Laune machen sich alle an die Arbeit. Zuerst wird der Spargel geschält. Zu zweit sind die 800 Gramm schnell geschafft. Parallel dazu fängt Marina Heinrich schon mal mit der Kaltschale an. Zitronen auspressen, Saft zur Buttermilch, Zucker auch. Susanne Northe erzählt, dass sie diese frische Nachspeise schon aus Kindertagen kennt – ihre Mutter hatte sie einst zubereitet. An warmen Sommertagen mischt sie die Zutaten für den beliebten Nachtisch zusammen. Täglich kocht sie für die große Familie. Es darf nicht zu aufwendig sein – so wie alle Gerichte im Kochbuch der Landfrauen des Landkreises Stendal, das im vergangenen Jahr nach einem Jahr mühevoller Arbeit erschienen ist. Daran hatte auch Barbara Bleis mitgewirkt und ebenfalls Rezepte beigesteuert. Auch sie steht gern am Herd, bereitet Traditionelles zu und probiert Neues aus.

Bilder

Weiter beim Kochen: An der Buttermilch-Zitronen-Flüssigkeit fehlt noch Gelatine, weiße und rote Blätter. Aufgeweicht, aufgelöst und untergerührt, kommt alles in eine Schüssel und ab in den Kühlschrank. Als Beigabe, die nicht im Kochbuch steht, wird rasch noch Vanillesoße gemacht: Milch, Zucker, Vanillepulver und ein Eigelb aufkochen, Vanillepudding unterrühren, kaltstellen.

Französische Spezialität

Und dann weiter am Hauptgericht. Eine Quiche ist eine Spezialität der französischen Küche. Es handelt sich um einen in einer runden, flachen Form gebackenen herzhaften Mürbeteig mit einer würzigen Füllung. Beim Spargel schälen erzählt die 21-jährige Bloggerin, dass sie Eventmanagement studiert und seit 2013 einen Blogg hat, auf dem sie sich einmal pro Woche zu Wort meldet. Sie bereitet vor allem Torten zu und lässt rund 1200 Internetnutzer daran teilhaben.

Während der Spargel kocht, knetet Barbara Bleis den Teig, Marina Heinrich rührt die Flüssigkeit an: saure Sahne, Sahne, Eier, Salz und Pfeffer, Schnittlauch. Dann den im Kühlschrank gekühlten Teig ausrollen, in die Form legen. Spargel drauf und Flüssigkeit – fertig für den Ofen. Während der Wartezeit gibt Susanne Northe den Tipp, auch grünen Spargel verwenden zu können. Dazu schmeckt geräucherter Lachs und Schinken und ein Glas Weißwein. Und man kann auch andere Zutaten wie Tomaten und Schinken nehmen.

Beim Plaudern über die Vorfreude auf die fertigen Radwege auf den Deichen, die Entwicklung des Tourismus in der Elb-Havel-Region und den positiven und nachhaltigen Schub durch die Buga 2015, die Erinnerung an die so köstlichen Blätterteigteilchen in der einstigen Wuster Bäckerei und die leckeren Brötchen aus dem ebenfalls geschlossenen Hohengöhrener Bäcker vergeht die Zeit bis zum Weckerklingeln wie im Flug. Endlich kann die Quiche aus dem Ofen und angeschnitten werden. Auch Kaltschale und Vanillesoße sind fertig.

Noch rasch ein paar Fotos und dann Platz nehmen am Tisch. Wie das schmeckt! Dabei ging alles so schnell und einfach! Die Küchenspione wollen Hauptgericht und Vorspeise schon bald zu Hause nachkochen und empfehlen es auch allen Lesern.

Der Bericht der Bloggerin ist unter www.foodqueenjulia.de