Klietz l „Bewahren sie sich ein gutes Betriebsklima!“ lautete der letzte Aufruf von Kurt-Werner Balke an seine Klietzer Mitarbeiter. Sie alle waren am Montag im Kiefernwald an der Schießbahn 22 zur offiziellen Verabschiedung angetreten. Eigens dazu war auch Rainer Aumann, der Leiter des zuständigen Bundesforstbetriebes „Nördliches Sachsen-Anhalt“, angereist. Zur Erinnerung an die sechsjährige Dienstzeit hatte er ein bedrucktes Brettchen in Wildschweinform mitgebracht.

Unbürokratische Hilfe beim Hochwasser

In seiner relativ kurzen Amtszeit habe Kurt-Werner Balke einiges zu bewältigen gehabt, erinnerte Rainer Aumann unter anderem an das schlimme Hochwasser im Juni vor zwei Jahren. Auf der „Halbinsel Klietz“ sei damals auch von dem Bereichsleiter rasch und unbürokratisch Hilfe geleistet worden.

Auch lobte Aumann die zentralen Schulungen für die vielen neuen Mitarbeiter des Forstbetriebes, welche in Klietz stattgefunden hatten. Der Übungsplatz besitze in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz – auch wegen der guten Forstarbeit. Denn durch einen entsprechend bewirtschafteten Wald werden die Bürger vor dem Übungslärm weitestgehend geschützt.

Auch die Mitarbeiter aus Klietz hatten sich zur Erinnerung an den Ex-Chef etwas einfallen lassen: Auf einer Lichtung hatten sie eine Linde eingepflanzt, ihrem scheidenden Leiter verblieb als letzte Amtshandlung, die letzten Schippen Erde aufzutragen und das Bäumchen anzugießen. Eine Tafel erinnert an den Klietzer: „Kurt-Werner-Balke-Linde“.

Beförderung zum Forstdirektor

Der neue Arbeitsplatz des Klietzers – er wird auch künftig in der Seegemeinde wohnen bleiben – befindet sich im sächsischen Bad Düben: Am 1. Januar tritt er hier im Bundesforstbetrieb „Mittelelbe“ seinen Dienst als Betriebsleiter West an. Die entsprechende Beförderung zum Forstdirektor hatte der 61-Jährige bereits im Vormonat erhalten – drei silberne Eicheln zieren nun seine Schulterstücken.

Sein neues Verantwortungsgebiet ist mit um die 20 000 Hektar in etwa so groß wie jenes in Klietz, wozu die Liegenschaften Klietz und Altengrabow gehören. In Sachsen wird er nur noch zwei kleinere Übungsplätze betreuen, den des Sanitätszentrums Weißenfels und den der Unteroffiziersschule Delitzsch. Die anderen Übungsplätze gehörten einst der Sowjetarmee und werden nun nach Naturschutz-Grundsätzen bewirtschaftet.

Ein Nachfolger für den verwaisten Klietzer Posten ist noch nicht gefunden. Dessen Arbeitsstelle befindet sich dann aber nicht mehr in Klietz, sondern am Hauptsitz im altmärkischen Dolle. Ansprechpartner vor Ort in Klietz wird der Revierleiter Gunnar Wislaug sein.

Eigentlich sollte der Klietzer schon seit Jahresmitte in Bad Düben arbeiten, doch musste er in Klietz noch einiges erledigen. Wie zum Beispiel die Folgen des Sturmes, welcher dem Forstbetrieb im Sommer 20 000 Festmeter Bruchholz hinterließ. In diesen Tagen werden die letzten Festmeter abgearbeitet.