Hochwasserschutz

Kurvenreicher Elbdeich zwischen Sandau und Wulkau hat nun ausgedient

Im Zuge der Deichrückverlegung zwischen Sandau und Wulkau wird jetzt der Altdeich geschlitzt. Dafür erfolgte der symbolische erste Spatenstich. Zum Jahresende soll alles fertig sein.

Von Ingo Freihorst 14.07.2021, 15:18
Mit Umweltministerin Claudia Dalbert (5. von rechts) und LHW-Direktor Burkhard Henning (4. von rechts) griffen auch regionale Akteure wie der Sandauer Wolfgang Hellwig (links) oder Verbandsgemeindebürgermeisterin Steffi Friedebold (2. von rechts) zum Spaten.
Mit Umweltministerin Claudia Dalbert (5. von rechts) und LHW-Direktor Burkhard Henning (4. von rechts) griffen auch regionale Akteure wie der Sandauer Wolfgang Hellwig (links) oder Verbandsgemeindebürgermeisterin Steffi Friedebold (2. von rechts) zum Spaten. Foto: Ingo Freihorst

Sandau/Wulkau - Bei der nächsten Flut der Elbe können die Sandauer ruhig schlafen: Der einst arg durchlässige Deich zwischen Wulkau und Sandau wurde durch einen rückverlegten Wall ersetzt. Damit lösten die Verantwortlichen gleich mehrere Probleme: Der marode Altdeich wurde durch einen normgerechten Neubau ersetzt, dieser ist schnurgerade und dadurch um einen ganzen Kilometer kürzer als der kurvenreiche Altdeich. So muss nun auch weniger Fläche unterhalten werden. Ein gerader Deich lässt sich zudem besser verteidigen – zum Beispiel wenn man auf ihm nachts mit einem Lkw rückwärts fahren muss.

Zur Inbetriebnahme des neuen und zur „Außerdienststellung“ des alten Deiches hatten sich gestern zahlreiche Verantwortliche am Altdeich zwischen Sandau und Wulkau eingefunden. „Es ist ein großer Tag für die Region“, betonte Burkhard Henning, der Direktor des Landesbetriebes für Hochwasserschutz. Weil wegen der neuen Trasse ins Eigentum eingegriffen werden musste, hatte das Vorhaben längere Zeit in Anspruch genommen. Die Stadt Sandau stellte über 100 Hektar aus ihrem Besitz als Tauschfläche zur Verfügung.

184 Hektar Überflutungsfläche für die Elbe

Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) betonte einen weiteren wichtigen Aspekt: Mit dieser Deichrückverlegung und der bereits erfolgten im Norden der Stadt Sandau erhält die Elbe insgesamt 184 Hektar einstiger Überflutungsfläche zurück. Weil das Hochwasser mehr Platz zum Durchströmen hat, sinkt der Flutpegel in diesem Bereich um sechs bis sieben Zentimeter – das ist zwar nicht viel, kann aber im Fall der Fälle entscheidend sein.

Neue Aue dient als Wasserreservoir

Die neue Aue stellt zudem ein Wasserreservoir dar, was in Dürreperioden kostbares Nass an die Umgebung abgibt. Oder in Nässezeiten solches speichert. Wegen des Klimawandels werden Extreme zunehmen – die Aue sorgt für etwas Ausgleich.

Der symbolische Spatenstich erfolgte an jener Stelle, wo eine von insgesamt fünf Schlitzungen des Altdeiches stattfinden wird. Das erfolgt zumeist dort, wo der Strom direkt auf den Wall trifft. Zwischen 300 und 500 Meter werden weggebaggert. Zuvor müssen aber die Munitionssucher noch ans Werk, wozu zuerst die Betonplatten aufgenommen werden. Das erfolgt mit einem Bagger, welcher mit einer Spezialverglasung besser vor Explosionen geschützt ist. Bis zum Jahresende soll alles fertig sein.

Baggerfahrer Patrick Schäfer weist Ministerin Claudia Dalbert in die Bedienung ein.  Eine Firma aus dem brandenburgischen Rhinow hatte die Ausschreibung gewonnen.
Baggerfahrer Patrick Schäfer weist Ministerin Claudia Dalbert in die Bedienung ein. Eine Firma aus dem brandenburgischen Rhinow hatte die Ausschreibung gewonnen.
Foto: Ingo Freihorst