Abstimmung

„Kutte“ ist stets zur Stelle

Zehnmal hat die Volksstimme 2015 den „Blumenstrauß des Monats“ verliehen. Jetzt wird der „Havelberger des Jahres“ gesucht.

Von Andrea Schröder

Jederitz l „Hartmut Krüger ist immer zur Stelle“ schrieb die Volksstimme im September, als der Jederitzer mit dem „Blumenstrauß des Monats“ geehrt wurde. Ortsbürgermeister Lothar Pietzschmann begründete dies in einem Satz: „Kutte ist unser ehrenamtlicher Gemeindearbeiter.“

Seine 69 Jahre sieht man dem Jederitzer, den im Haveldorf alle nur unter seinem Spitznamen „Kutte“ kennen, nicht an. Immer ist er am Arbeiten, gerade verfugte er an der großen Scheune neben der Kreuzung die hintere Fassade. Und weil man beim emsigen Arbeiten nicht friert, trägt er auch immer sein Hemd offen – sozusagen sein Markenzeichen.

Immer, wenn er die Hilfe von Hartmut Krüger benötigt, ist dieser zur Stelle, erzählt der Ortsbürgermeister weiter. Und nennt Beispiele. So half der Rentner zum Beispiel mit seinem Trecker beim Beräumen des Trübengrabens von umgestürzten Bäumen, so dass die Jederitzer mit ihren Kähnen wieder zur Havel gelangen konnten. Beim großen Arbeitseinsatz zur Umgestaltung des Hafens im Vorfeld der Bundesgartenschau war er sogar als Koordinator tätig, immerhin kamen 42 Jederitzer.

Das Areal am Hafen ist inzwischen zu einem beliebten Treffpunkt und Rastplatz geworden. Erst vor wenigen Tagen trafen sich etliche Einwohner dort zum Verbrennen der Weihnachtsbäume. In gemütlicher Runde wurde geplaudert. Es gab Glühwein und Kakao als wärmende Getränke sowie Würstchen und Steaks vom Grill. Brennt die Feuerwehr in Jederitz ein Feuer ab, holt Hartmut Krüger das Holz und sägt es zurecht, zudem transportiert er mit seinem Hänger die Bänke und Tische für die Feste und stellt diese auf. Im Herbst ist er mit dem Trecker zur Stelle, um die Kähne aus dem Wasser zu ziehen. Auf dem Bolzplatz hat er die Fußballtore aufgestellt.

„Die Arbeit für die Gemeinde ist doch okay, wenn der Bürgermeister ruft, bin ich zur Stelle – solange ich das noch kann, mache ich das“, meinte der Geehrte.

Eine Wahlperiode hatte er auch im Ortschaftsrat gesessen, dann sollten Jüngere ran. Der gelernte Maurer hatte 33 Jahre in Berlin als Berufskraftfahrer und Fuhrparkleiter gearbeitet. 1993 zog er nach Jederitz – hierhin war er als Heranwachsender aus Havelberg jedes Wochenende gefahren, um die Tante zu besuchen.

Abgestimmt werden kann per Online-Voting oder per Facebook. Mitmachen lohnt sich, denn unter allen Teilnehmern werden attraktive Preise verlost.