Elb-Havel-Winkel (vs) l Die Region zwischen Elbe und Havel profitiert in diesem und im nächsten Jahr erheblich von Fördermitteln der Europäischen Union. „Das Landwirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt hat zudem weitere Mittel für den Leader-Prozess bereitgestellt“, sagte der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe „Elb-Havel-Winkel“, Bernd Poloski, am Mittwoch in Neuermark-Lübars. Dort trafen sich auf dem Reiterhof Kuhn die Mitglieder des Vorstandes.

Insgesamt rund 860.000 Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums stehen für den Elb-Havel-Winkel zur Verfügung. Zusammen mit den Mitteln aus dem Sozialfonds sind das fast eine Million Euro. „Das ist eine sehr gute Nachricht, denn nun können alle Projekte von der Prioritätenliste 2020 umgesetzt werden“, so der Vorsitzende.

Der Vorstand hat dazu nun die Rang- und Reihenfolge der zu fördernden Projekte aktualisiert. Für insgesamt 14 Vorhaben werden die Förderanträge bis zum 1. März bei den zuständigen Behörden eingereicht.

Gestaltung eines Outdoortreffs in Havelberg

Dazu zählen unter anderem Ausbauvorhaben von Übernachtungsmöglichkeiten in Garz, Havelberg oder Neuermark-Lübars, die Sanierung der Schollener Bockwindmühle, die knotenpunktbezogene Radwegebeschilderung und die Gestaltung des Havelberger Outdoortreffs für Jugendliche. „Die Vielfalt und die kreativen Ideen, die den Anträgen zugrunde liegen, werden nun belohnt“, sagte Leader-Manager Björn Gäde.

Da drei Projekte zurückgezogen worden sind und zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen, werden nun auch Fördergelder in die Sanierung von Kirchen in der Region fließen. Dazu zählt auch das Gotteshaus in Klietz, wo sich viele Ehrenamtliche engagieren, um das Kulturgut in der Dorfmitte zusammen mit der Gedenkstätte zu erhalten und zu beleben. Aufgrund vorhandener Restmittel können sich darüber hinaus weitere Interessenten bis zum 15. April an das Leader-Management wenden, um eine mögliche Förderung auszuloten. Die entsprechenden Anträge sind dann im Jahresverlauf ausschließlich beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Altmark einzureichen.

Region ist Spitzenreiter bei Mittelauszahlung

„Trotz der bürokratischen Hürden steht unsere Aktionsgruppe im Landesvergleich sehr gut da und die Mittel kommen in der Region an“, sagte Leader-Manager Björn Gäde. „Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem ALFF in Stendal und dem Landesverwaltungsamt in Halle konnten bisher fast alle eingereichten Projekte bewilligt werden.“ Bei der Auszahlung der Gelder aus dem vorhandenen Budget sei der Elb-Havel-Winkel landesweit mit mehr als 50 Prozent sogar Spitzenreiter.

Die Mitglieder des Vorstandes haben sich während ihres Treffens bereits umgesetzte Projekte angesehen. Dazu zählt der Reiterhof Kuhn, der 2019 auch Ziel der Freizeitspione war. Die Betreiber planten und realisierten seit 2017 den teilweise barrierefreien Umbau und die Sanierung der bereits vorhandenen Zimmer. In einem zweiten Bauabschnitt hat die Pension ein neues Dach bekommen. Durch effektives Dämmen kann in Zukunft Energie eingespart werden: ein positiver Beitrag für den Klimaschutz.