Kamern l Seitdem leben dessen Betreiber, der Gastwirt Uwe Schindler sowie seine Lebensgefährtin Petra Wabbel von Sozialhilfe. Denn auch die Bungalowsiedlung des Wirts war mitsamt dem Wohnhaus überflutet worden – fünf der Häuser sind zumeist in Eigenregie inzwischen fast fertig saniert.

Versuchsweise hatte Uwe Schindler den Kiosk in dieser Badesaison wieder geöffnet – vorsichtshalber nur von Freitag bis Sonntag. Das Gebäude wurde zu großen Teilen saniert – vor allem sichtbar am Sozialtrakt. Die Wände des Kiosk sind neu angeputzt, der Fußboden im Romméraum – hier werden jeden Freitag ab 18.30 Uhr die Karten gemischt – und dem Sozialtrakt neu gefliest. Mit dem Anputzen hätte man allerdings noch warten sollen, ist Uwe Schindler aus Erfahrung schlau geworden. – Denn der Bau ist immer noch nicht richtig trocken, der Putz verfärbt sich.

Im Winter sollen dann die Fliesen in der Gaststube ausgewechselt werden, auch die Wirtschaftsräume sind noch zu sanieren. Das Wasser sowie im Anschluss die feuchte Luft hatten damals alle elektrischen Geräte unbrauchbar gemacht, die Tische hatte er nach der Flut aufarbeiten lassen, die Holzstühle flogen auf den Müll.

Wie allen anderen Hausbesitzern wurden ihm vom Staat 80 Prozent der Flutschäden erstattet – womöglich wird er aber auch noch als Härtefall eingestuft. Denn eigentlich lohnt sich der Betrieb des Kiosk noch immer nicht, sogar am ansonsten recht umsatzstarken Wochenende. Der Strand konnte von den Einheimischen nur provisorisch hergerichtet werden, der marode Badesteg ist komplett gesperrt – das zieht niemanden an. Der Wirt wartet darum sehnsüchtig auf den Baustart für die Schadenssanierung am Badestrand. „Diese Saison kann man schon mal abhaken“, zieht er ein Resümee.

Ohnehin hat er in der Woche auf seiner Bungalowbaustelle noch genug Arbeit. Denn fast alles erledigt er selbst, für Firmen hat er kein Geld. Insgesamt 18 Übernachtungsplätze sind hier inzwischen wieder fertig – doch wer möchte schon auf einer Baustelle urlauben?

Schnelle und unbürokratische Fluthilfe, wie vor zwei Jahren von den Politikern versprochen, sieht für den Wirt anders aus. Die Zusammenarbeit mit der Investitionsbank sei aber gut gewesen. Der Gemeinde seien leider ebenfalls die Hände gebunden, was zum Beispiel auch den durch die Straßenschlitzung noch immer unterbrochenen Radweg nach Wulkau betrifft.