Havelberg  l Zwei der drei Havelberger Uhu-Kinder wachsen inzwischen im Stendaler Tiergarten auf. Nachdem das erste Junge vor knapp drei Wochen aus dem Nest, das sich in einem Rüstloch im Westwerk des Domes befindet, gefallen war, spazierte Mitte vergangener Woche ein zweites Junges auf dem Domplatz herum. Küster Andreas Engel rief beim ehrenamtlichen Ornithologen Manfred Kuhnert an und der entschied, dass auch das Uhu-Kind in den Tiergarten gebracht wird, bis es richtig entwickelt und selbständig genug für ein Leben in der Freiheit ist.

„Ich hatte an dem Morgen schon einen Anruf vom Ordnungsamt in Havelberg, weil ein junger Turmfalke bei Hapo aus dem Nest gefallen war. Weil ich keine Zeit hatte, fuhr meine Frau nach Havelberg, um den Vogel zu holen. Der wartete schon in einem Pappkarton auf die Abholung. Dann kam der Anruf von Andreas Engel und sie brachte auch gleich noch den jungen Uhu mit. Zusammen sind wir dann nach Stendal in den Tiergarten gefahren, um die Vögel dort abzugeben“, berichtet der erfahrene Vogelkundler. Das zweite Uhu-Kind wurde zu seinem Geschwisterchen in den Käfig gesetzt. „Beiden geht es richtig gut, sie sind putzmunter.“

Sie müssen die Flügel ausgebreitet haben, als sie aus dem Nest gefallen sind, denn sie haben keinerlei Verletzungen. „Ich kann nur mutmaßen, aber vielleicht hat der zweite auch schon erste Flugversuche unternommen“, sagt Manfred Kuhnert. Es kann aber auch sein, dass das Uhu-Kind auf der lockeren Nist­unterlage im Rüstloch ins Rutschen geraten ist. In Felsen, wo Uhus hauptsächlich brüten, verlassen die Kinder immer schon mal ihr Nest. Nur können sie da wieder zurück gelangen.

Im Tiergarten werden sie nun auf das Leben in freier Wildbahn vorbereitet und lernen das Jagen. Dann sollen sie nach Havelberg zurückkehren.