Warnau l Bereits seit 1992 befindet sich ein Storchennest auf dem Strommast am Warnauer Rosenweg. Jetzt war es arg in die Jahre gekommen und drohte auseinanderzufallen. Zudem hatten sich schon Dohlen als Untermieter eingenistet.

Störche hingegen brüteten hier seit 2012 nicht mehr, informierte Storchenbetreuer Armin Wernicke. Im Jahr zuvor war hier ein Altstorch an der Stromleitung auf der anderen Straßenseite verunglückt, weswegen die drei noch sehr kleinen Jungvögel vom Storchenbetreuer gerettet werden mussten. 2009 war ebenfalls ein Altstorch in der Leitung verunglückt. Diese wurde mitsamt dem Trafohaus inzwischen abgerissen.

Strom wurde abgeschaltet

Abgerissen wurde jetzt auch das alte Storchennest. Dazu war eine mobile Arbeitsbühne vom Netzbetreiber Avacon vorgefahren und es wurde der Strom abgeschaltet. Mit dem Nistmaterial flog auch allerhand Dreck herunter – unter anderem ein Handtuch.

Bilder

Die im Durchmesser 1,2 Meter große Nistunterlage aus Weide hatte Marianne Limp von der Außenstelle des Biosphärenreservats „Mittelelbe“ in Ferchels geflochten. Diese wurde am Stahlrad auf dem Strommast befestigt und mit geschreddertem Holz gefüllt – dieses soll den Vögeln einen Anreiz zum Nestbau bieten.

Tafeln kommen noch

Initiiert hatten die Aktion Ortsbürgermeister Jörg Busack und Thomas Henningsen vom neuen Warnauer Dorfverein, sie waren denn beide auch mit anwesend. Der Verein will in Zusammenarbeit mit Armin Wernicke auch noch neue Informationstafeln an beiden Nestern anbringen.

Ein neues Nest mitsamt Mast wird in Kürze auch in Rehberg aufgestellt, der Vorgänger war vom Scheunendach gestürzt. Der Mast wird in der Nähe der Scheune errichtet, ein Mast ist nämlich „pflegeleichter“ als ein Nest auf dem Dach.

Und auch in Havelberg auf der Spülinsel wird noch ein Mast samt Nistunterlage aufgestellt, hierbei engagieren sich neben dem Biosphärenreservat auch der Heimat- und der Naturschutzverein in Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauhof. Einen neuen Mast samt Nistunterlage soll Meister Adebar auf Antrag eines Bewohners zudem noch in Kuhlhausen bekommen.

In Afrika werden die Störche oft geschossen

Etwa Ende dieses Monats erwartet Armin Wernicke die Störche wieder zurück. Die in unserer Region nistenden Adebare sind Ostzieher, sie fliegen über den Bosporus. Viele bleiben wegen der milden Winter aber auch schon länger hier, wie erst wieder jüngst in Schönfeld. Die heißen Sommer der beiden letzten Jahre hatten auch den Fleischfressern und ihrer Nahrung zugesetzt, so dass nur durchschnittliche Reproduktionsraten herauskamen. Insgesamt gesehen geht die Anzahl der Störche zurück, vor allem in afrikanischen Kriegsgebieten werden die Vögel oftmals erlegt – entweder zum Verspeisen oder aber zumeist lediglich zum Testen der Schießfertigkeiten.