Havelberg l Es war ein Jubiläumsempfang. Denn seit 20 Jahren laden die Hansestadt und die Bundeswehr gemeinsam dazu ein. Und so war es nur logisch, dass die Gastgeber in ihren Reden auf das eingingen, was sie verbindet. Der Standort­älteste und Kommandeur des Panzerpionierbataillons 803, Oberstleutnant Markus Schulze Harling, erzählte vom Magazin Kontraste in der ARD, das im Dezember von der wachsenden Kluft zwischen Bundeswehr und Gesellschaft berichtete. „Wenn die Soldaten in die Öffentlichkeit gehen, erleben sie immer wieder Ablehnung und Anfeindung, war einer der ersten Sätze des Beitrages“, sagte er und versicherte: „Dies ist an unserem Standort eindeutig nicht der Fall.“

Ausbildung im Vordergrund

Zwar wüssten die Soldaten, dass die Bundeswehr auch ein Wirtschaftsfaktor ist. „Aber wir haben nicht im Geringsten das Gefühl, dass dies der Grund für Ihren Rückhalt ist.“ Nicht nur der sehr gut besuchte Tag der offenen Tür im September ist Zeugnis dafür. Auch die Beteiligung am Benefizkonzert mit tollem Spendenergebnis für soziale Zwecke zählt dazu. Ebenso die Tatsache, dass die Havelberger das Schwimmangebot in der Elb-Havel-Kaserne zweimal wöchentlich gern annehmen.

Der Kommandeur stellte in Aussicht, dass es auch im neuen Jahr einen Tag der offenen Tür geben wird. Dieses Mal geht es am 17. Juni auf den Wasserübungsplatz in Nitzow. Auch ein Benefizkonzert im Advent ist wieder anvisiert. Wunschtermin ist der 5. Dezember.

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Weitere öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen sind wieder die Beteiligung am Sachsen-Anhalt-Tag, an der Hansesail in Rostock, am Tag der Bundeswehr und am Havelberger Bootskorso.

Der Schwerpunkt liegt für die Soldaten des Pionierbataillons und der Versorgungskompanie in diesem Jahr zunächst auf dem Kerngeschäft, dem „Kampf“ in der Gefechtsart Verzögerung. „Hierzu werden wir in verschiedenen Ausbildungseinrichtungen und Übungsvorhaben die Kampftruppenbataillone unserer Brigade mit unseren Fähigkeiten unterstützen. Ab dem vierten Quartal bildet dann die Vorbereitung auf den Einsatz in 2018 wieder den Schwerpunkt unseres Handelns“, so Markus Schulze Harling.

Politisches Rückgrat

Sicherheit und die Bewältigung von Krisen spielten nicht nur in seiner Rede eine Rolle. Auch Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), der als Ehrengast das Grußwort hielt, machte dies zu seinem Thema. Zunächst dankte der Oberstleutnant der Reserve den Soldaten dafür, dass sie sich in den Dienst des Vaterlandes stellen. Als Beispiele nannte er die Flutkatastrophe von 2013 und die Bewältigung der Flüchtlingsströme im Jahr 2015. In Halberstadt, Klietz und Altengrabow haben Soldaten mitgeholfen, die Schutz suchenden Menschen aufzunehmen. „Das geschah kameradschaftlich und überzeugt, das ist nicht immer selbstverständlich“, sagte Holger Stahlknecht.

Sein Unverständnis brachte er zum Ausdruck gegenüber denjenigen, die Truppenübungsplätze abschaffen wollen. Wer unter Einsatz seines Lebens ins Ausland geht, um damit auch unser Land zu schützen, sollte die Möglichkeit haben, sich bestmöglich darauf vorzubereiten. „Dafür müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen und politisches Rückgrat geben.“ Der Innenminister rief in seiner Rede zu Besonnenheit und Toleranz auf und betonte, dass Freiheit auch Sicherheit braucht.

Dankeschön an Forstbetrieb

Ein guter Anlass ist der Neujahrsempfang auch immer für Ehrungen. Neben dem Eintrag ins Goldene Buch für Christine Foege und der erstmaligen Ehrung von Jugendlichen (wir berichteten am Freitag) gab es weitere Auszeichnungen. So bedankte sich der Kommandeur bei Sylvia Meyer vom Bundesforstbetrieb Westbrandenburg für die sehr gute Zusammenarbeit. Sie hat ihren Sitz in Quitzöbel und betreut den Übungsplatz Nitzow. Nicht nur, wenn es um die Kettensägenausbildung der Soldaten geht, ist der Forstbetrieb ein guter Partner, sagte der Oberstleutnant und überreichte zum Dank ein Pionierpaddel.

4130 Euro für guten Zweck

Mit der Ehrennadel des Pionierbataillons wurde Bürgermeister Bernd Poloski ausgezeichnet. Diese gibt es seit 2012 und wurde nun zum neunten Mal vergeben – als Ausdruck des guten Verhältnisses zwischen Stadt und Bundeswehr.

Übergeben wurde der Scheck über 1032,50 Euro an das Bundeswehrsozialwerk. Das Geld ist Teil des Erlöses aus dem Benefizkonzert in der Stadtkirche. Die gleiche Summe hatte noch vor Weihnachten das Julianenhofheim in Müggenbusch erhalten. 2065 Euro gingen auf Wunsch der Havelberger Kirchgemeinde an das evangelische Hospiz in Stendal.