Havelberg l Marktmeister Dieter Härtwig ist am Mittwochmorgen relativ entspannt. Vor allem deshalb, weil die meisten der rund 80 Schausteller des Havelberger Pferdemarktes bereits angereist und emsig am Aufbauen sind. Lediglich der große Propeller fehlt noch. Aber der dazu gehörende Wohnwagen steht bereits da. Im niedersächsischen Bruchhausen, wo es den Brokser Heiratsmarkt gibt, haben einige Schausteller noch bis Dienstag gespielt. Dann eilen sie nach Havelberg, wo am Donnerstag, 31. August 2018, um 15 Uhr der Pferdemarkt beginnt. Andere waren auf dem Hamburger Dom. Die Geisterbahn hat den Weg in die Hansestadt bereits gemeistert, auch das beliebte „Pferdederby“ ist in der Nacht angekommen.

Bauaufsicht prüft Geschäfte

Etliche Geschäfte stehen bereits. Der Breakdancer zum Beispiel und das Riesenrad wurden am Montag aufgebaut. Für Sebastian Lorenz aus Berlin ist der Pferdemarkt jedes Jahr ein Muss. Er hat das Riesenrad mit seinem Team am Dienstag aufgebaut. Vertreter der Bauaufsicht aus Halle und des Bauordnungsamtes aus Stendal schauen sich die Unterlagen für alle Rummelgeschäfte genau an, prüfen die TüV-Einträge.

Schon 405 Kleinhändler da

Während der Handelsplatz am Dienstag erst bis zu einem Viertel gefüllt war – dort reisen die meisten Händler mit ihren Neuwaren meist erst am Mittwoch an –, war der Kleinhandels- und Trödelplatz schon gut gefüllt. Bis Mittwoch, 18 Uhr, waren 405 Händler da. Der Platz wurde in diesem Jahr von seiner Geometrie her verändert, so dass mehr Frontmeter mit einer entsprechenden Tiefe auch hinter dem Nöhre-Graben zur Verfügung stehen, berichtet der Marktmeister. Liefen die Standflächen sonst spitz zu, sind die Blöcke nun rechtwinklig. Platz ist ausreichend vorhanden, auch für Trödelhändler, die sich noch spontan für eine Teilnahme entscheiden. „Es rufen immer noch Leute an, die erst am Freitag zu uns kommen wollen.“

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308 Pferde aufgetrieben

Auf dem Pferdehandelsplatz wurden bis Mittwochabend 308 Pferde aufgetrieben. In der Nacht zu Mittwoch kam etwa ein Händler mit 20 Pferden an. Der Platz füllt sich ebenfalls. Manch einer nutzt tatsächlich den Mittwoch oder Donnerstag für eine entspannte Anreise. In diesem Jahr sind einige Tierschutzverbände vor Ort, denen das Wohl der Tiere am Herzen liegt. Sie schauen zum Beispiel, ob ausreichend Futter und Wasser vorhanden ist, die Tiere nicht zu lange in der prallen Sonne stehen oder auf beengten Flächen und bitten die Marktbesucher, Verstöße gegen den Tierschutz in der Marktleitung zu melden. Auf dem Pferdehandelsplatz sind mit Dr. Christian Leue aus Sandau und Dr. Michael Alt aus Seehausen wie in jedem Jahr im Schichtbetrieb rund um die Uhr Tierärzte im Einsatz, deren Augenmerk auf dem Tierwohl liegt.

Parkplätze für Behinderte

Während die meisten Auswärtigen die großen Parkflächen an der B 107 südlich und nördlich von Havelberg sowie an der Rathenower Straße nutzen, gibt es für Menschen mit Behinderung rund 50 Pkw-Stellflächen nahe der Marktleitung. Allerdings sind diese nur mit der entsprechenden Sondergenehmigung zum Parken berechtigt. Für Leute, die schlecht zu Fuß sind, empfiehlt sich der große Parkplatz am Haus der Flüsse. Dort halten auch die Busse, die zum Pferdemarkt fahren, sagt Ordnungsamtsleiter André Gerdel. Wer mit dem Fahrrad kommt, findet in dem Bereich Möglichkeiten, das Rad anzuschließen. Motorradstellplätze gibt es dort ebenfalls.

Festwache rund um die Uhr besetzt

Für die Sicherheit und die medizinische Versorgung der Händler, Schausteller und Marktbesucher ist wieder gesorgt. Die Festwache der Polizei ist rund um die Uhr besetzt. Es gibt Videoüberwachungen auf den Plätzen. Feuerwehr und DRK haben ihr Domizil eingerichtet. Mit den kräftigen Regengüssen am Montag ist die Brandgefahr etwas gebannt. Allerdings sollte dennoch jeder achtsam sein und zum Beispiel keine Zigarettenkippen ins Gras werfen. Dieter Härtwig erwartet auch angesichts der guten Wetterprognose, die ab Donnerstagnachmittag Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad und leicht darüber vorhersagt, „dass wir einem erfolgreichen und schönen Markt entgegensehen“.