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Stromausfall CDU-Kreisvorsitzender: „Wegner war ein Stück weiter weg“

Tennis statt Krisenmodus: Wie der Regierende Bürgermeister am Tag des Stromausfalls reagierte – und was ein CDU-Kreisvorsitzender dazu sagt.

Von dpa Aktualisiert: 07.01.2026, 21:25
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) steht in der Kritik. (Archivfoto)
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) steht in der Kritik. (Archivfoto) Britta Pedersen/dpa

Berlin - Der CDU-Kreisvorsitzende aus Steglitz-Zehlendorf Stephan Standfuß hat sich zurückhaltend zu Kai Wegners Verhalten am ersten Tag des Stromausfalls geäußert. „Ich würde Wegner nicht vorwerfen wollen, dass er Tennis gespielt hat, wenn er danach alles richtig gemacht hat“, sagte Standfuß, der auch stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion ist.

Anfangs sei die Dimension des Stromausfalls nach einem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag schwer einzuschätzen gewesen. „Einige haben es ziemlich früh verstanden, ich meine, dass ich auch dazu gehört habe“, sagte Standfuß, der seinen Wahlkreis in Steglitz-Zehlendorf hat. „Ich habe schon mittags im Stab im Rathaus Zehlendorf gesagt: Das ist eine Sache, die wird dramatisch.“ 

Nicht jeder habe das sofort begriffen. „Wegner war ein Stück weiter weg“, sagte Standfuß. „Wir waren direkt am Geschehen dran, meine Mutter war selbst betroffen und hat mich sofort angerufen. Natürlich war man dann sensibilisierter.“

Der CDU-Kreisvorsitzende fuhr mittags ins Rathaus

Er habe dann festgestellt, dass sein gesamter Wahlkreis vom Stromausfall betroffen sei. „Da war für mich klar, ich muss ins Rathaus fahren, wir haben hier eine Krisensituation. Das war Samstagmittag“, so der CDU-Abgeordnete.

„Der eine checkt es eine Stunde früher, der andere eine Stunde später“, sagte Standfuß. „Das würde ich eher seinen Mitarbeitern vorwerfen wollen, dass sie ihn nicht rechtzeitig informiert haben. Klar, ist das ungünstig, aber ihm einen Strick daraus zu drehen, das würde ich nicht machen.“ 

Wegner hat eingeräumt, an dem betreffenden Tag von 13.00 bis 14.00 Tennis gespielt zu haben. Zur Begründung sagte er bei Welt TV: „Weil ich einfach den Kopf freikriegen wollte.“ Er sei aber die ganze Zeit erreichbar gewesen.

Am Sonntag hatte er nach seinem Besuch einer Notunterkunft auf eine Journalistenfrage geantwortet: „Ich habe mich gestern weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt, sondern ich war den ganzen Tag am Telefon und habe versucht zu koordinieren und mich bestmöglich zu informieren, weil ich denke, das hilft den Menschen noch mehr.“ Inzwischen gibt es Rücktrittsforderungen aus verschiedener Seite.