Wust l Wenigstens noch ein Jahr länger Zeit hätte Bürgermeister Bodo Ladwig gern, um die vielen ungeklärten Dinge zu regeln und die Voraussetzungen für den Wechsel der Wuster Schüler an einen anderen Standort zu schaffen. Das sagte er am Mittwochabend vor den Wuster Eltern, die sich im Speiseraum der Schule versammelten. Doch die Info, die er am Tag zuvor von Verbandsbürgermeisterin Steffi Friedebold nach deren Gespräch mit den zuständigen Stellen bekam, stimmt wenig zuversichtlich, überhaupt noch ein Mitspracherecht zu haben: „Laut den gesetzlichen Rahmenbedingungen mit der Schulentwicklungsplanung müssen die Wuster nach Schönhausen. Deshalb wird der Landkreis auch den Transport der Kinder nach Schönhausen und nicht nach Klietz organisieren.“

Optimale Bedingungen

Da sie die Bedingungen für optimaler halten, wollen die Wuster ihre Kinder nach Klietz schicken. Auf Einladung des Fördervereins hatten sich etliche Eltern die Einrichtung angesehen. „Sie ist top!“ sagte Maik Laabs und erhielt die Zustimmung der anderen. Doch auch in Klietz ist bisher nicht geregelt, wie es mit der Hortbetreuung ist. Noch gibt es keine Plätze im „Storchennest“, aber genügend Räumlichkeiten im Schulgebäude, um den Hort einzurichten. Wegen der Absicherung in den Ferien wünschen die Eltern, dass die Kinder den Hort in Wust besuchen. Allerdings dürfte das nicht ganz unkompliziert sein, weil sich der Hort im Nebengebäude der Schule befindet und im Haupthaus Räume nutzt – ob das möglich ist, wenn die Schule schließt und die Gemeinde versucht, es einer neuen Nutzung zuzuführen?

Gerhard Faller-Walzer hält ebenso Klietz für sinnvoll, bezweifelt er doch, dass es – wie von der Schulelternratsvorsitzenden Eileen Hiller bestätigt – in Schönhausen genug Platz gibt. „Derzeit spricht niemand von einem Container. Und den könnte sich die Verbandsgemeinde auch gar nicht leisten. Erst war in Schönhausen nicht genug Platz und die baulichen Voraussetzungen sollten geschaffen werden, nun auf einmal sind sie geschaffen?“

Noch zu viel ungewiss

Annett Komorowski erklärte, dass „viel zu viel ungeklärt ist. Wir brauchen ein Jahr Zeit, um Sicherheit zu haben.“ Aber da es mit der Zuweisung von Lehrern für die Schönhauser Schule samt Außenstelle nicht besser, sondern voraussichtlich ab dem neuen Schuljahr eventuell mit einer Stelle weniger noch schlechter wird, sei die ordentliche Beschulung kaum möglich. Schon jetzt arbeiten die beiden Lehrerinnen im jahrgangsübergreifenden Unterricht am Limit. Deshalb sind sich die Eltern einig: Sie werden nicht um den Erhalt der Wuster Schule kämpfen, sondern um einen neuen Standort mit optimalen Bedingungen. Das sehen sie in Schönhausen, wo sie in den kommenden Jahren neben zu wenig Platz auch noch Baulärm befürchten, nicht.

Die souverän von Elternvertreterin Anja Meyer geleitete Diskussion endete mit der Auszählung der anonym ausgefüllten Zettel. Ganz eindeutig: die Wuster Kinder sollen nach Klietz, der Hort bleibt in Wust.

Mehr Infos am 2. Mai

Diese Meinung wollen die Eltern am 2. Mai bei der Sitzung des Verbandsrates ab 19 Uhr im Schönhauser Bürgerzentrum bekunden. Dann sind auch der Landkreis und das Landesschulamt dabei. „Ich wünsche mir, dass viele Eltern kommen“, so Steffi Friedebold gestern zur Volksstimme.

Nicht an Schönhausen vorbei fahren

Dass die Wuster an Schönhausen vorbei fahren, kann Bürgermeister Holger Borowski nicht nachvollziehen, „die 30 Minuten Fahrzeit von Sydow bis Klietz sind nicht einzuhalten“, erklärte er gestern gegenüber der Volksstimme. „Unsere Schule ist in der Lage, über 100 Kinder aufzunehmen. Der Computerraum ist veraltet, die Technik kann raus und somit gibt es einen zusätzlichen Klassenraum, stattdessen können moderne Laptops angeschafft werden.“ Das ganze Hin und Her des Landesschulamtes sei nicht nachvollziehbar.