Investor stellt Pläne zu höherer Energiegewinnung vor

Sechs riesige Windräder sollen sich bei Fischbeck drehen

Die zehn Anlagen im Fischbecker Windpark sollen abgebaut und durch sechs neue Anlagen ersetzt werden , die mit 250 Metern mehr als doppelt so hoch sind.

Von Anke Schleusner-Reinfeldt
Vielerorts wie hier im Brandenburgischen gibt es Windparks, auch in Fischbeck. Hier sollen die inzwischen 19 Jahre alten Windräder gegen neue, sehr hohe ausgetauscht werden.
Vielerorts wie hier im Brandenburgischen gibt es Windparks, auch in Fischbeck. Hier sollen die inzwischen 19 Jahre alten Windräder gegen neue, sehr hohe ausgetauscht werden. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp

Fischbeck/Kabelitz - Erste Informationen zum Vorhaben hat der Gemeinderat auf seiner Sitzung in Kabelitz erhalten. Martina Gravemann-Pieper und Frank Dollmann von „Enercity“ stellten das Projekt vor. Nach 20 Jahren sollen die alten Anlagen komplett zurückgebaut werden, die sechs neuen produzieren dann prognostiziert 110 Megawattstunden Strom – eine Steigerung der Produktion um das Fünffache.

Die fünf weiteren Räder, um die der Windpark im Jahr 2013 erweitert worden war, sind von dem Anliegen nicht betroffen.

Voraussetzung für das Auswechseln der Anlagen ist die Änderung des Bebauungsplanes, die die Gemeinde veranlasst. Alle Kosten dafür und das Genehmigungsverfahren inklusive der Gutachten trägt die Firma.Jährlich 120000 Euro indie GemeindekasseSchmackhaft wird der Gemeinde das Projekt mit einer jährlichen nicht zweckgebundenen Zuwendung in Höhe von 120000 Euro gemacht. Diese Summe entspricht 0,2 Cent der gewonnenen Kilowattstunden. Diese von der Firma freiwillige Zahlung ist mit entsprechendem Bundesgesetz seit diesem Jahr statthaft und soll die Akzeptanz der Bevölkerung vor Ort steigern. Zudem sollen die Gewerbesteuern an die Gemeinde gezahlt werden.

Für die neuen hohen Anlagen läuft im benachbarten Gebiet von Mangelsdorf bereits das Genehmigungsverfahren.

Sorge wegen Lärm und Schatten

„Wir sind auf jeden Euro angewiesen. Wollen wir der Änderung des Bebauungsplanes zustimmen?“ stieg Bürgermeister Bodo Ladwig (parteilos) in die Diskussion ein. Trotz der zu erwartenden Zuwendungen, die den Haushalt der Gemeinde ausgleichen und somit finanziell für Erleichterung sorgen würden, sind die Räte nicht euphorisch. Zu viele Fragen seien noch zu klären und vor allem die Bevölkerung zu beteiligen. Wie laut sind dieneuen Anlagen?Jörg Hellmuth (CDU) wollte wissen, wie laut denn die Räder sind? Genaue Dezibel-Werte wurden nicht genannt, das werde nachgereicht, „sie überschreiten die vorgegebenen Grenzwerte nicht“. Auf Nachfrage von Wieland Reich (CDU) zum Schattenschlag bei dieser Höhe hieß es, dass laut Vorschrift nur 30 Minuten am Tag der Schatten in einen Bereich fallen darf, bei mehr wird abgeschaltet. Ein Schattengutachten gehöre zum umfangreichen Genehmigungsverfahren. Abgeschaltet werden können die Räder auch nachts, wenn die Lärmbelastung zu groß ist. Und: Die neuen Anlagen blinken nicht mehr so wie die jetzigen. Nur, wenn sich ein Flugzeug nähert, schalten sich die Lichter automatisch ein.

Besichtigung einer vorhandenen Anlage

Der vom Rat festgelegte Werdegang: Spätestens bis September sollen die Bürger bei einer Info-Veranstaltung mit dem Vorhaben vertraut gemacht werden, Vertreter der Rates und gern auch Anlieger wollen sich so eine große Anlage ansehen und vor allem anhören. Und dann bereitet die Verwaltung einen Städtebaulichen Vertrag zwischen Gemeinde und Investor vor, der unter anderem die Übernahme der Kosten regelt.

Nach Vorstellung der Firma werden mit Vorliegen des geänderten Bebauungsplanes und der Genehmigungen die alten Anlagen zurückgebaut und die Errichtung der neuen 2023 vorgenommen, Ende des Jahres könnten sie in Betrieb gehen.