Havelberg l „Wir wollen den Friedhof, auf dem keine Beisetzungen mehr stattfinden, als Gedenkstätte für die Nachwelt erhalten“, nennen die beiden Männer ihr Ziel. Vor allem meinen sie damit die vielen Grabstätten, die außer ihnen keiner mehr pflegen kann. „Hier liegen so viele alte namhafte Havelberger – die Beschriftung auf den Grabsteinen spricht für sich –, die allein schon für sich einen Teil der Stadtgeschichte ausmachen. Dass diese Grabstätten auf dem Areal an der Pritzwalker Straße in Havelberg erhalten bleiben, sehe ich deshalb als sehr wichtig an“, erklärt Holger Schulz. Wenn es die Zeit wieder möglich macht, möchte er zusammen mit Ulrich Gruber zu einer Führung einladen und den Interessierten dabei die alten Havelberger Familien vorstellen, zu denen er bereits umfangreiche Recherchen angestellt hat.

Obwohl jetzt Winterzeit ist und die gärtnerische Arbeit auf dem Areal ruht, gibt es für die beiden Ehrenamtlichen trotzdem noch genügend zu tun. Denn bei der kürzlich erfolgten sogenannten alljährlichen Rüttelprobe der Grabsteine wurden für 15 lange aufgegebene Grabstätten Mängel aufgelistet. „Die arbeiten wir jetzt ab“, berichtet Ulrich Gruber. „Damit die betroffenen Grabsteine anschließend wieder über einen sicheren Stand verfügen.“ Allerdings macht sich dafür bei so machen Steinen einige Mehrarbeit erforderlich.

 „Für alle, die vorher auf purem Boden gestanden haben, setzen wir nun ein extra Fundament“, ist zu erfahren. Ist bereits ein Fundament vorhanden, wird der betroffene Grabstein auf dieses aufgeklebt. Per Hand funktioniert das Anheben und Wiederaufstellen – bei einem Gewicht der Steine von durchschnittlich bis zu 200 Kilogramm und mehr – aber absolut gar nicht. Aus diesem Grund haben die beiden Männer ein altes Gestell zu einem Flaschenzug umgebaut, mit dem das alles nun wunderbar klappt. Was sie für ihre Arbeit an Material benötigen, stellt übrigens die Kirche, wofür die Männer sehr dankbar sind.