Havelberg l Bauabschnitt vier der Stadtkirchensanierung ist abgeschlossen. Damit ist wieder eine Etappe bei der Sicherung des altehrwürdigen Gebäudes auf der Havelberger Stadtinsel geschafft. „Wir sind mit der Arbeit sehr zufrieden“, stellt Bauingenieur Wolfram Schwelgin bei der Bauabnahme fest. Mit dabei Pfarrer Frank Städler und Maik Jonschkowski von der bauausführenden Firma HTI aus Havelberg.

Die komplette Chorfassade des Gotteshauses wurde in den zurückliegenden Monaten saniert. Umfangreiche Reinigungs-, Maurer- und Verfugungsarbeiten mussten erledigt werden. Weil bei diesen Arbeiten etwas an Kosten eingespart werden konnte, war es möglich, die beiden Giebel der Sakristei gleich mit zu sanieren, berichtet Wolfram Schwelgin. Von der Chorfassade rechterhand gesehen klaffte zuvor ein breiter Riss im Mauerwerk. Das Problem ist behoben.

Bleiglasfenster sorgen für Helligkeit

Im Innern fällt im Chorbereich vor allem bei Sonnenschein der helle Lichteinfall auf. Die Bleiglasfenster wurden in der Glaswerkstatt Andreas Walter in Berlin restauriert. Im Vorfeld hatten zwar schon Reparaturarbeiten stattgefunden, um größere Löcher in den Fenstern zu schließen. Doch jetzt war eine komplette Restaurierung erforderlich. So musste zum Beispiel das Bleinetz vollständig erneuert werden. Es war stark defekt und keine Stabilität mehr reinzubekommen. Die Arbeiten erfolgten in Abstimmung mit der Denkmalpflege und der Kirchengemeinde. Das Glas der Rauten ist klar oder schimmert etwa in gelb, lila und grün. Eingebaut wurden an den Fenstern Kondensatsammelrinnen, um mögliches Schwitzwasser aufzufangen.

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Schwammbefall festgestellt

Für diesen vierten Bauabschnitt wurden 180.000 Euro veranschlagt. Nun steht erst einmal die Orgelrestaurierung im Vordergrund. Dafür ist die Sanierung des Orgelgewölbes erforderlich. Die Arbeiten sind im Gange. Bei der Freilegung des Gewölbes wurde der Befall mit Echtem Hausschwamm in den Deckenbalkenlagen auf beiden Seiten entdeckt. Das war vorher nicht zu erkennen. Von oben sah das Gewölbe gut aus, berichtet Wolfram Schwelgin. Die Balken sind zerfressen, müssen durch neue ersetzt werden. Das hölzerne Gewölbe ist bereits vom alten Putz befreit.

Die wertvolle Scholtze-Orgel war im Juni ausgebaut worden, um zunächst Bau­freiheit für die Sanierung des Orgelgewölbes zu schaffen. Die großen Orgelpfeifen stehen auf der Empore, die kleinen liegen gleich daneben wohl sortiert in Holzregalen. Die Restauratoren aus der Orgelwerkstatt Wegscheider in Dresden hatten den Ausbau fachgerecht vorgenommen.

Wegen der Restaurierungsarbeiten findet das Benefizkonzert im Advent mit dem Heeresmusikkorps Neubrandenburg in diesem Jahr im Dom statt. Heiligabend wird der Gottesdienst aber dennoch in der Stadtkirche gefeiert, informiert Pfarrer Frank Städler.