Havelberg l Die erneute und sehr schnelle Ausbreitung des Echten Hausschwammes in der Havelberger Stadtkirche bereitet den Verantwortlichen große Sorge. „In dieser Schnelligkeit und Dimension habe ich das noch nie erlebt“, sagt Klaus-Dieter Steuer. Der Havelberger ist im Gemeindekirchenrat ehrenamtlich für bauliche Dinge zuständig. Er kennt sich aus, hat in 30 Jahren Städtebausanierung über die BIG nicht nur in Havelberg die Restaurierung vieler denkmalgeschützter Gebäude begleitet.

Im September waren erste Spuren des Hausschwammes im Fußbodenbereich, rechterhand vom Eingang aus gesehen, entdeckt worden. Dort, wo 2018 eine umfangreiche Schwammsanierung stattgefunden hatte. Die Kirche erstattete eine Mängel­anzeige gegenüber der ausführenden Firma. Innerhalb weniger Wochen breitete sich der Pilz explosionsartig aus. Als ein Mitarbeiter der Firma den neu eingebauten Holzfußboden öffnete, zeigte sich das ganze Ausmaß. Er hat sofort die Stellen abgedeckt und den Bereich eingehaust, damit sich keine Sporen verteilen können, berichtet Klaus-Dieter Steuer. Der Pilz quoll nicht nur aus den Holzdielen heraus, er bahnte sich bereits einen Weg an einer Säule und an einer Bank hoch.

Der Kirchenrat steht auch im Kontakt mit dem Ingenieurbüro, das die Sanierungsarbeiten in der Stadtkirche seit Jahren begleitet. Gerade ist ein Klimakonzept in Arbeit mit dem Ziel, der hohen Luftfeuchtigkeit entgegenzuwirken. In dem um 1300 erbauten Gotteshaus herrscht stets eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 90 Prozent. Dagegen muss etwas getan werden, auch mit Blick auf die aufwendige Restaurierung der Scholtze-Orgel, die gerade im Gange ist.

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„Dieser Schwammbefall kommt zur absoluten Unzeit. Wir müssen dringend etwas unternehmen“, sagt Klaus-Dieter Steuer und berichtet von einem Termin nächsten Mittwoch, bei dem Fachleute gemeinsam mit dem kirchlichen Bauamt über mögliche Strategien sprechen. Bei der Schwammsanierung 2018 wurde anscheinend alles technisch ordentlich gebaut. Das neue Holz kam auf ein Stelzenlager, damit die Luft zirkulieren kann. Auch eine chemische Behandlung wurde vorgenommen. Die Firma nimmt bis dahin den gesamten neuen Teil des Fußbodens heraus. Eine Idee ist, nicht wieder einen Fußboden aus Holz einzubauen. „Wichtig ist vor allem, dass wir die Feuchtigkeit aus dem Gebäude rausbekommen.“