Havelberg l Ganze 28 Jahre ist es nun schon her, dass sich die Menschen in Ost und West freudig in die Arme fielen. Seitdem fahren alljährlich am Einheitsfeiertag Delegationen aus Havelberg und Verden im Wechsel in die Partnerstadt. In diesem Jahr war wieder die Hansestadt Gastgeber.

Beim Empfang im Rathaussaal freute sich Bürgermeister Bernd Poloski, dass die Allerstädter der Einladung auch nach so vielen Jahren wieder so zahlreich Folge geleistet hatten. Er bezeichnete die deutsche Einheit als große Errungenschaft, für die man dankbar sein müsse. Und was man der jungen Generation immer wieder vermitteln sollte. Mit Blick aufs Wetter meinte er, dass es auch draußen in Deutschland und Europa stürmischer zugeht. Ein einiges Europa sei aber für ein gemeinsames Agieren unverzichtbar.

Neuer Delegationsleiter

Leiter der Verdener Delegation war diesmal jemand, der noch nie in Havelberg gewesen war: der stellvertretende Bürgermeister Andreas Schreiber. Er hatte erst kurz zuvor von seiner Berufung erfahren, da der Bürgermeister erkrankt war.

Vor zweieinhalb Jahren, als Andreas Schreiber als Kämmerer nach Verden zurückgekehrt war, hing im Amtszimmer ein Foto von Havelberg. Als Gastgeschenk hatte er nun einen Korb mit Verdener Bier mitgebracht, welches dort seit kurzem gebraut wird. Die im Verdener Rathaus für Städtepartnerschaften zuständige Sachbearbeiterin Katharina Kuß überreichte dem Havelberger Bürgermeister zudem ein großes Foto der Allerstadt – damit wurde ein Wunsch erfüllt.

Bürgermeister als Stadtführer

Nach dem Gruppenfoto vor dem Rathaus betätigte sich Bernd Poloski auf dem Weg durch die Altstadt hoch zum Dom als Stadtführer und informierte über die bewegte Vergangenheit – zum Beispiel den Stadtbrand von 1870.

Im Dom ist das Prignitz-Museum untergebracht, wo es nach dem Mittagessen eine unterhaltsame Führung durch die Havelberger Historie gab. Wegen des Windes musste der alternative Besuch der Flugveranstaltung im Modellsportzentrum entfallen.

Ein Schiffsausflug auf der Havel, welche vom Nabu renaturiert wird, war der letzte Programmpunkt, ehe es zum Abendessen ins Hafenhotel ging. Hier bestand nochmals Gelegenheit zu Gesprächen, denn etliche kennen sich privat oder über den Verein schon seit der Wende. So wie die Kleingärtner aus den Sparten „Cluventhal“ in Verden und „Einigkeit“ in Havelberg.