Elbe-Havel-Land l Wurde im vorherigen Jagdjahr noch eines der zu DDR-Zeiten hier angesiedelten Wildschafe erlegt und im Jagdjahr zuvor elf, steht jetzt eine Null hinter dieser Spezies. Die ursprünglich in den Bergen lebenden Mufflons waren für den Wolf eine leichte Beute.

Kreisjägermeister Günter Scheffler hat die Statistik jetzt vorliegen, sie besagt, dass im Altkreis Havelberg 946 Wildschweine erlegt wurden. Zur Strecke gebracht wurden ferner 365 Stücken Rotwild, geplant waren hier allerdings 396. Fallend ist die Tendenz auch beim Damwild, von 39 freigegebenen Tieren wurden nur 24 erlegt, die meisten im Süden des Altkreises. Bei den Rehen waren 1139 Abschüsse geplant, am Ende wurden es 1115 Tiere, darunter 49 Stücken Fallwild – diese wurden also durch Unfälle, Krankheiten oder Risse getötet.

Fast 500 Füchse erlegt

Insgesamt 496 Füchse blieben auf der Strecke, darunter elf als Fallwild. Erlegt wurden zudem 104 Dachse, 38 Stein- und 12 Baummarder sowie drei Iltisse.

Ungebrochen hoch bleibt zwischen Elbe und Havel die Waschbärenstrecke: Insgesamt 960 dieser Kleinbären mit der markanten Maske wurden in Fallen gefangen. Im Vorjahr waren es 944 gewesen, im Jagdjahr zuvor wurde mit 1117 erlegten Kleinbären ein neuer Rekord aufgestellt.

Eifrige Fallensteller um Klietz

Eifrigste Fallensteller waren die Waidmänner im Hegering „Mahlitzer Heide“, sie fingen 165 Bären. Der Hegering Havelberg brachte es auf 84 Tiere, in Jederitz wurden 73 Tiere erlegt, in Hohengöhren 62, in Neuermark-Lübars 59 und in Schönhausen 57. Die Kleinbären leben nicht nur an Gewässern, sie sind üble Fressfeinde des Nieder- und Federwildes, da sie gut schwimmen und klettern können. Vor ihnen ist also nicht einmal ein Vogel sicher.

Wer zu Hause Probleme mit Waschbären hat – diese nisten sich gern auf Dachböden ein – kann dem örtlichen Jäger Bescheid geben. Dieser wird dann eine Falle aufstellen und das gefangene Tier waid- und tierschutzgerecht töten.

An Raubsäugern wurden im letzten Jagdjahr weiterhin 119 Marderhunde erlegt – ebenso wie der Waschbär eine eingewanderte Art, zudem 59 Minke und 428 Nutrias. Bei letzterer Art gibt es teils Prämien, denn diese Nager, die nach der Wiedervereinigung massenhaft ausgesetzt wurden, beschädigen gerne Grabenböschungen. Der Mink als arger Feind des Wassergeflügels wurde bereits erfolgreich zurückgedrängt.

An Federwild wurden 19 Fasane, 30 Ringeltauben und 32 Höckerschwäne erlegt – bei letzteren allein in der Gemarkung Kuhlhausen 19 Vögel. Insgesamt 311 Graugänse wurden geschossen – um Havelberg 65, in der Mahlitzer Heide 48 und um Warnau 46. Hinzu kamen 180 Enten. Ferner wurden 81 Elstern erlegt sowie 109 Krähen.

Etwa 200 Waidmänner sind in der Jägerschaft Havelberg organisiert, hier ist die Jagdhaftpflichtversicherung günstiger, welche für einen Jagdschein nötig ist. In der Jägerschaft existieren fünf Hegeringe – dies sind Wust, Schönhausen, Havelberg, der Elb-Havel-Winkel und die Mahlitzer Heide um Klietz. Aktuell darf das Schwarzwild außer führenden Bachen geschossen werden, zudem Böcke und Schmalrehe sowie Schmalspießer vom Rotwild.

Im kommenden Jahr begeht die Jägerschaft Havelberg ihr 30-jähriges Bestehen, was mit einem Jägertag im Monat Juni in Klietz ganz groß gefeiert werden soll – also auch mit Bläsern, Hundeführern und Falknern. Einige Gespräche wurden bereits geführt, weitere Absprachen sind allerdings noch nötig.

Wildschäden sind bislang nicht bekannt

Wildschäden wurden dem Jägermeister bislang noch nicht gemeldet. Obwohl es sicherlich welche gibt: Die grassierende Trockenheit setzt vor allem dem Rotwild zu, ihm fehlt das Gras im Wald, weshalb zunehmend Bäume verbissen werden. Das genügsame Niederwild kommt mit der Dürre besser zurecht.

Sorgen bereitet dem Kreisjägermeister das immer noch recht hohe Durchschnittsalter, es liegt um die 60 Jahre. Nur wenige Jungjäger rücken nach, was aber nicht ausreicht. Ein Tipp für alle, welche das Waidwerk erlernen möchten: Am 6. September beginnt wieder ein Jagdlehrgang in Kabelitz.