Vehlgast l „Wir als Verein haben viel Geduld gebraucht, aber auch viel Unterstützung erfahren, zwei Tage vor Weihnachten kam endlich der positive Förderbescheid“, informierte Ute Funk, die Vorsitzende des Schöpfwerk-Fördervereins, beim Empfang im Damerower Dorfgemeinschaftshaus. Zuletzt hatte es noch eine Verzögerung gegeben, da der Fördermittelgeber gefordert hatte, bei den Firmen eine Preisabfrage zu machen.

Dies erfolgte in Form einer Ausschreibung, wobei sich herausstellte, dass die tatsächlichen Kosten knapp 70 Prozent über der geschätzten Summe von 200 000 Euro lagen. Solche Summe kann der kleine Verein nicht auf einmal stemmen, weshalb die Sanierung in zwei Abschnitte aufgeteilt wurde.

Zuerst die bauliche Hülle

Im ersten Bauabschnitt wird die bauliche Hülle erstellt, wobei auf das jetzt vorhandene Fachwerkgeschoss noch eine Etage aufgesetzt wird. In dem ältesten erhaltenen Schöpfwerk des Bundeslandes soll ein Museum zur Melioration eingerichtet werden, wobei die Cyclop-Pumpe mit ihren 26 Pferdestärken aus dem Baujahr 1906 im Mittelpunkt stehen wird. Diese Kreiselpumpe ist einmalig im Bundesland – und wohl auch darüber hinaus. Pro Sekunde pumpte sie zwei Kubikmeter Wasser in die Havel.

Bilder

Im Erdgeschoss werden außerdem eine Dusche und ein WC eingerichtet, welche von außen zugänglich sein werden. So können diese auch Wasserwanderer auf der nahen Havel nutzen.

Versammlungsraum als Treff

Im komplett neu entstehenden Obergeschoss, welches über eine Außentreppe erreichbar sein wird, wird ein Versammlungsraum mitsamt Teeküche und Lager geschaffen. In ihm soll es nicht nur Vorträge zum technischen Denkmal sowie zur Melioration geben, diesen Raum werden auch andere Vereine und die Vehlgaster nutzen können.

Im ersten Abschnitt wird die Gebäudehülle soweit hergestellt, dass sie nutzbar ist. Die Fassade wird fertiggestellt, das Dach gedeckt, Fenster und Türen eingesetzt, Stahlbauer und Zimmerer kommen ebenfalls zum Zuge. Im zweiten Abschnitt folgen dann die Sanitär- und Elektroarbeiten – dafür muss dann ein weiterer Fördergeldantrag gestellt werden. Und es müssen wieder Spenden eingeworben werden.

Im ersten Abschnitt, welcher in diesem Jahr über die Bühne gehen und auch noch abgerechnet werden muss, werden um die 277 000 Euro investiert. Davon sind 221 000 Euro Födermittel, etwa 55 000 Euro muss der Verein als Eigenmittel beisteuern.

Derzeit wird ein Zeitplan erstellt, auch muss die Ausschreibung den neuen Gegebenheiten – also der Aufteilung in zwei Abschnitte – angepasst werden. Ein Dankeschön geht auch an die Einheitsgemeinde Havelberg, welche den Verein im Vorfeld unterstützte.