Havelberg l Die Marktstraße in Havelberg soll für Autos zur Durchfahrt geöffnet werden. Als Einbahnstraße vom Markt in Richtung Lange Straße. Diesen Vorschlag hat die Stadtverwaltung unterbreitet und im Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Tourismus diskutiert. Dieter Härtwig, Sachgebietsleiter im Ordnungsamt, berichtete, dass das einst verabschiedete Verkehrskonzept für die Stadtinsel den Bereich am Markt als verkehrsberuhigte Zone vorgesehen hatte. Die von dort abgehende Marktstraße ist als Fußgängerzone ausgewiesen. Lediglich für den Lieferverkehr gibt es eine Ausnahme von 8 bis 10 Uhr.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich nicht alle Verkehrsteilnehmer an das Durchfahrtverbot halten. Etliche Kraftfahrer kürzen, von der Kirchstraße aus kommend, den Weg zur Langen Straße über die Marktstraße ab. „Die Frage ist, wie sinnvoll ist diese Fußgängerzone, wenn doch jeder dort lang fährt? Wir haben schon mehrere Nachfragen dazu gehabt. Es gibt einen Fahrstreifen und mit Borden abgesetzte Gehwege“, sagte Dieter Härtwig und nannte den Vorteil, den die Einrichtung einer Einbahnstraße dort mit sich bringen würde. Vor allem mit Blick auf das Altstadtcafé, das in den Sommermonaten draußen einen Terrassenbereich hat, würde es eine Entlastung des fließenden Verkehrs in der Scabellstraße bedeuten. Diese Sitzmöglichkeiten am Rande des Kreuzungsbereiches der Scabell- und Fischerstraße sind eine Einengung. „Wir würden die Autos ein stückweit von dort fernhalten.“ Amtsleiter André Gerdel ergänzte, dass es auch schon eine Anwohnerfrage gegeben hat, ob die Möglichkeit besteht, die Scabellstraße vom fließenden Verkehr zu entlasten.

Die Marktstraße würde abgehend vom Markt ebenfalls als verkehrsberuhigter Bereich gelten. Das heißt, man dürfte nicht schneller als 6 km/h fahren. Damit wäre aber das Halten zum Ein- und Ausladen noch erlaubt. Ein zusätzliches Halteverbotsschild hätte zur Folge, dass Anwohner und Lieferanten nicht halten dürften, nahm Dieter Härtwig Bezug auf die Diskussion der Ausschussmitglieder. Diese kritisierten in diesem Zusammenhang die Unart des Parkens auf dem Bordstein, die auf der gesamten Stadtinsel zu beobachten ist. Parken ist in verkehrsberuhigten Zonen nur in gekennzeichneten Flächen erlaubt – in der Marktstraße also nicht.

Die Anwesenden einigten sich darauf, die Marktstraße testweise als Einbahnstraße auszuweisen und die Erfahrungen später auszuwerten. Ähnlich wurde dies bereits mit dem kostenlosen Parken auf der Stadtinsel praktiziert, das nach einem Jahr während der Sitzung ebenfalls ausgewertet wurde. Aufgrund der positiven Erfahrungen werden die bestehenden Regelungen weitestgehend beibehalten.

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