Schönhausen l Zum Team gehört ein neuer Lehrling. Kai Eiling steht an der großen, hochmodernen Produktionsanlage, jeder Handgriff sitzt. Seit Anfang August macht der 16-Jährige eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff. Schon als Schüler hatte er bei Thermoplast Praktika gemacht und in den Ferien ein Taschengeld verdient. „Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich um einen Ausbildungsplatz beworben habe. Ich wohne in Schönhausen und habe eine Lehrstelle, die mir Spaß macht, quasi direkt vor der Haustür – was will ich mehr?“ Zur Berufsschule allerdings geht es weiter weg in den Harz nach Quedlinburg, sieben Mal pro Jahr für zwei Wochen, „das ist überschaubar“.

Kay kann sich gut vorstellen, nach der Ausbildung bei Thermoplast zu bleiben, schließlich sieht er seine Zukunft auch in der Region. „Wenn er sich weiter so gut macht, steht einer Übernahme nach derzeitigem Stand nichts im Wege“, ist Aribert Meißner zufrieden. Der Geschäftsführer ist froh, wieder einen Lehrling zu haben und sich somit den Mitarbeiternachwuchs heran zu ziehen. Derzeit sind es neun Beschäftigte. Die in der Produktion arbeiten die Woche im Drei-Schicht-System. „Das ist nötig, weil die Anlagen vier Stunden Zeit brauchen, bis sie hochgefahren sind. Es wäre also unproduktiv, die Maschinen nicht Tag und Nacht durchlaufen zu lassen.“ Am Wochenende allerdings stehen sie still.

Wie auch schon vor der Flut stellt der bereits zu DDR-Zeiten gut ausgelastete Betrieb Wickelhülsen her – auf ihnen werden Bodenbelege und Stoffe aufgewickelt. Auch Dachrinnen laufen vom Band. Und zwar ausschließlich aus Recyclingmaterial.

Alte Kunden kommen zurück

„Nach und nach kommen die Altkunden, die sich nach der Flut neue Hersteller suchen mussten, weil wir ja für etliche Monate nicht liefern konnten, zurück“, freut sich Aribert Meißner über das dem Betrieb entgegengebrachte Vertrauen. Die neuen Maschinen, die in der Halle stehen, sind zu etwa 60 Prozent ausgelastet. „Dennoch produzieren wir mehr als vor der Flut. Denn die hochmodernen Maschinen sind leistungsstärker und somit effizienter.“ Aribert Meißner ist bemüht, nicht nur den Kundenstamm zu pflegen, sondern auch neue Abnehmer zu gewinnen. Deshalb macht er beispielsweise auf Messen auf die Angebote aus Schönhausen aufmerksam.

Es sind nicht nur die großen Firmen, die Thermoplast beliefert. „Wenn Leute aus der Region vor der Tür stehen und etwas zu schweißen, bohren, drehen oder fräsen haben oder Ersatzteile für alte Fahrzeuge reparieren lassen möchten – nach Möglichkeit machen wir das. Denn neben den neuen Produktionslinien für Wickelhülsen sind auch neue Werkzeugmaschinen angeschafft worden. Und wir waren schon immer eng mit dem Dorf verbunden.“ Deshalb freut sich Aribert Meißner auch, einem jungen Schönhauser eine berufliche Perspektive bieten zu können.