Projekttage der Unesco-Schule befassen sich mit dem Lehrermangel weltweit

Trommelklänge auf dem Wuster Schulhof

Von Ingo Freihorst

Wust l "In vielen Ländern fehlen Lehrer, es gibt viel schlechtere Bedingungen als in Deutschland", erklärte Sybille Schulz, die Koordinatorin der Unesco-Projekttage, am ersten Projekttag den Schülern die Lage in der Welt. Und damit die Kinder noch mehr darüber erfahren, hatten sich internationale Gäste eingefunden: Acht Austauschschüler des "AFS Interkulturelle Begegnungen e.V." aus Bolivien, Japan, Venezuela, Brasilien, Kolumbien und Finnland waren zur Schülerversammlung erschienen, um den Kindern in den Klassen über das Leben in ihren Ländern zu berichten. Ihre Vorstellung erfolgte natürlich in der Landessprache, die Kinder mussten dann das Land erraten. "Elf Monate halten sich unsere Gäste in Deutschland auf", erklärte Marina Hebekerl, die ehrenamtlich für den AFS tätig ist. Übrigens werden immer Gasteltern gesucht. Der Friedenslauf zum Backhaus, wo die schnellsten Läufer geehrt wurden, beendete diesen ersten Tag.

Ein volles Programm gab es auch am Freitag, dem zweiten Tag des Unesco-Projekts zur globalen Bildungskampagne. Aus Stendal hatte Joachim Handschag, der Ausländerbeauftragte des Landkreises, zwei afrikanische Trommler mitgebracht: Usen Kamara aus Sierra Leone lebt schon eine ganze Weile in Deutschland, sein Mitspieler - er stammt ebenfalls aus diesem Land - wohnt derzeit noch im Asylbewerberheim. Die Truppe nennt sich "Afro Multi-Kulti", eigentlich spielt dort auch der Cousin von Usen mit.

Beide übten mit den Grundschülern fleißig das Trommeln - und zwar auf allen verfügbaren Instrumenten, sogar Eimer mussten herhalten. Einige Trommeln hatte die Schule vorab aus Rathenow besorgt, informierte Schulleiterin Annett Kaiser-Wenzlau.

Reise durch Afrika mit Trommeln und Tanz

Die andere Hälfte der Schüler studierte in der Turnhalle einen afrikanischen Tanz ein, die Künstlerin Rieke Schmieder aus Jerichow hatte die Choreografie erstellt. Jedes Kind konnte vorab entscheiden, ob es trommeln oder lieber tanzen wollte. Trommelmusik und Tanz werden dann nebst Gesang am 31. Mai beim großen Schulfest aufgeführt. Das Theaterstück als Teil des Projektes wird eine Reise durch Afrika darstellen.

Beim Fest wird es auch afrikanische Utensilien zu kaufen geben, diese hatten die Kinder gestern nach den Workshops hergestellt. Zuvor hatten die Kinder in der Wuster Keramikwerkstatt von Mathias Kage dafür auch getöpfert.

Der gestrige Tag klang mit einem Basar aus. Der Erlös aus den verkauften Spielsachen geht ebenfalls nach Afrika, zum Patenkind nach Malawi.