Sandau l Wolfgang Hellwig vom Födervereins-Vorstand ist guter Dinge: Ende Juni erhielt er den Zuwendungsbescheid des Landesverwaltungsamtes. Das sei sogar früher als üblich, erklärte er.

Und noch etwas stimmte ihn froh: Statt der beantragten 30 000 Euro wurden sogar 36 000 Euro bewilligt – neu ist nämlich, dass auch die Nebenkosten gefördert werden. Zum Beispiel die Planung. Und noch eine Neuerung konnte er im Verwaltungsamt erreichen: Die Abrechnungsfrist wurde verlängert, spätestens Ende Februar kommenden Jahres ist nun erst Stichtag. So hat der Förderverein bis zum Jahresende Zeit. Denn auch die Vergabe der Leistungen benötigt eine gewisse vorgeschriebene Zeit.

Tür mit Glas an den Seiten

Angebote waren vorab bereits eingeholt worden. Nach Rücksprache mit dem Planer Christian Fleischhack aus Wismar – er betreut die Baustelle schon über viele Jahre – wurden mündliche Aufträge an drei regionale Firmen erteilt. Die schriftliche Auftragsvergabe erfolgt Mitte August durch den Planer – natürlich vor Ort.

Die größte Summe fließt an die Firma Feroma aus Havelberg, welche zum einen eine große Brandschutztür zwischen Turmhalle und Kirchenschiff einbauen wird. Deren Oberteil und die Seitenflügel bestehen (mit Zustimmung des Denkmalschutzes) aus Glas, so dass auch Rollstuhlfahrer durch das barrierefreie Portal hindurchschauen können.

Erste Rauchschutztür kommt

Zum anderen soll die Firma aus der Domstadt auch die erste von vier Rauchschutztüren an den Fahrstuhlausgängen einbauen – und zwar auf der Emporenebene. Diese etwa 8000 Euro teure Tür besitzt einen Feuerwiderstand von 90 Minuten. Bevor sie eingebaut wird, muss die andere Tür in der Schleuse ausgebaut und gedreht werden – ansonsten würden beide zusammenstoßen.

Das zweite Gewerk ist die Elektrik, welche Rainer Wolff aus Havelberg übernimmt. Er wird unter der Empore im Kirchenschiff eine Lichtleiste sowie die Fluchtwegbeleuchtung installieren, womit die untere Ebene komplett fertig wäre.

Die Metallbaufirma von Willi Pfundt aus Klietz ist das dritte Gewerk, sie wird das in der Glockenstube noch fehlende stählerne Treppengeländer einbauen. Ende August sollen die Arbeiten starten und bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

75 Prozent werden gefördert

Gefördert werden über das europäische Leader-Programm 75 Prozent der Baukosten, was bedeutet, dass ein Viertel als Eigenanteil beizusteuern ist. Auch darum ist der Förderverein weiter auf Spenden angewiesen, welche vor allem durch Kirchenbesucher hereinkamen – was in diesem Jahr wegen der Straßenbaustelle und Corona nicht so viel sein dürfte. Zudem muss der Verein einen Kredit tilgen, wofür alljährlich 8000 Euro nötig sind. Und dann sind da noch die Betriebs- und Unterhaltungskosten für den Turm, welche einen hohen vierstelligen Euro-Betrag ausmachen.

Zwei, drei Bauabschnitte seien noch nötig, bis der Turmbau zu Sandau endlich vollendet ist, schätzt Wolfgang Hellwig. So muss das Brandschutzkonzept weiter umgesetzt werden, wozu der Einbau der restlichen drei Rauchschutztüren und einer Notstromversorgung zählt. Auch das Treppenhaus muss noch gefliest werden, was um die 10 000 Euro kosten würde. Seine allerletzte Vision wäre die Errichtung des Dachreiters, wofür sogar schon etwas Spendengeld für den nötigen Eigenanteil bereit liegt.

Die beiden Spendenkonten des Fördervereins: DE 11 8105 0555 3080 0047 00 (Kreissparkasse Stendal) sowie DE 58 1609 1994 0000 2696 11 (Volksbank Rathenow).