Sandau l Wäre es nach den Plänen der Fördermittelgeber gegangen, hätten die Bauherren vom Verein der „Förderer und Freunde der Sandauer Kirche“ bereits vor einigen Tagen den zehnten Bauabschnitt beim Wiederaufbau des Kirchturmes abrechnen müssen. Doch war das zeitlich nicht zu schaffen gewesen: Erst im August des Vorjahres kam der Zuwendungsbescheid, dann erst konnte ausgeschrieben werden, Ende Oktober wurden die ersten Leistungen vergeben.

Gleich zum Start gab es ein Riesenproblem: Der Planer hatte vergessen, die denkmalrechtliche Genehmigung für den barrierefreien Zugang zur Kirche zu beantragen. Die ist bislang immer noch nicht eingetroffen, so dass dort noch nicht gebaut werden kann. Hinzu kam im Februar die Grippewelle, so dass der Einbau des Treppengeländers und der Elektrik in Verzug gerieten.

Fristverlängerung angekündigt

„Vom Landesverwaltungsamt kam schon mal die mündliche Zusage, dass unser Antrag auf Verlängerung der Abrechnungsfrist genehmigt wird“ zeigte sich Wolfgang Hellwig – er ist im Vereinsvorstand für die Baustelle zuständig – gestern erleichtert. Neuer Termin ist nun der 30. September.

Der Sandauer schaute gestern hoch in die Glockenebene, wo Uwe Scherzberg, Andreas Rehfeld und Torsten Hamann von der Havelberger Firma Feroma die letzte von insgesamt zehn Schallluken einbauten. Sie war allerdings etwas anders gestaltet als die anderen: Die romanische Mittelsäule besteht hier nicht aus Ziegelsteinen, sondern wird durch einem bemalten Holzbalken imitiert.

So bleibt die große Öffnung erhalten, durch welche die beiden Glocken sowie die Wärmepumpe bei Wartungs- oder Reparaturarbeiten nach außen gehievt werden können. Für deren Transport befindet sich hier oben, 20,8 Meter über der Erdoberfläche, auch ein Rollwagen. Die Stahlkonstruktion, auf welcher dieser fahren kann, wurde beim Einbau der letzten Luke ebenfalls verkleidet, so dass die Besucher auch von hier aus nach draußen schauen können.

Ein Flügel der nach Maß angefertigten Luken kostet über 1000 Euro. Sie bestehen aus Lärchenholz, was weitaus beständiger ist als andere Holzarten. Jede Luke ist mit einem Schneefang versehen – so kann das kalte Weiß auch nicht mehr in die Glockenstube geweht werden. Die Havelberger Firma hatte zuvor nicht nur die fünf restlichen Schallluken eingebaut, sondern auch den hölzernen Übergang von der Treppe zur Glockenebene fertiggestellt.

Geländer wird demontiert

Hier am Treppenaufgang ist auch die nächste Baustelle zu erkennen: Das provisorisch angebrachte hölzerne Geländer wird ab der kommenden Woche demontiert, Willi Pfundt wird im gesamten Aufgang ein neues Stahlgeländer einbauen.

Zeitgleich wird auch die Elektrofirma von Reiner Wolff aus Havelberg im Turm tätig. In der Doppelebene, im hinteren Teil der Eingangshalle sowie in der Wirtschaftsebene muss noch die Beleuchtung installiert werden.

Obwohl die Luken nun alle eingebaut sind und auch das Treppengeländer demnächst folgt, läuft die Spendenaktion des Fördervereins noch bis zur Jahresmitte weiter. Wie schon bei den Treppenstufen werden auch hierbei die Spendernamen auf Wunsch auf Tafeln verewigt.

Um die 80 000 Euro sind für den aktuellen Bauabschnitt nötig, berichtete Wolfgang Hellwig kürzlich auf der Versammlung des Fördervereins (wir berichteten). Das Vorhaben wird über das europäische Leader-Programm zu 80 Prozent gefördert. Dennoch verblieb dem Verein als Bauherren ein Eigenanteil von 16 000 Euro, welcher durch Spenden aufgebracht werden muss.

Ein Bestandteil des Abschnittes war die Fertigstellung der Wirtschaftsebene. Die Toiletten sind inzwischen bis auf die Beleuchtung fertig, auch der gesamte Fußboden wurde gefliest. Ende des Monats beziehungsweise Anfang April wird dann noch das große neue Eingangsportal geliefert, nach dessen Einbau wäre dann auch die Turmhalle komplett.

Radwegkirchen-Konferenz am 18. und 19. Juni

Einen Ausblick auf dieses Jahr gab es auf der Sitzung natürlich auch. Pfarrer Hartwig Janus informierte, dass der Breitbandanschluss anliegt und ein Funknetz installiert werden kann, auch die Internetpräsenz müsste aktualisiert werden. Am 1. April beginnt die Saison der offenen und Radwegekirche, die Woche zuvor werden die Kirchenführer eingewiesen. – Weitere Helfer sind gern gesehen. Am 1. April öffnet zudem eine neue Ausstellung im Turm.

Am 17. Juni treffen sich die Jubiläumskonfirmanden, am 18. und 19. Juni findet eine Konferenz der Radwege-Kirchen statt und am 14. Juli gibt Johannes Immelmann ein Benefizkonzert. Das Laurentiusfest folgt am 12. August, am 7. Oktober ist Erntedank und am 10. November Martinsfest.