Tierischer Nachwuchs

Und plötzlich sind bei Familie Giese in Hohengöhren zehn Welpen da

Geplant war der tierische Nachwuchs nicht. Dennoch: Keine Minute mit den Welpen wollen Gieses aus Hohengöhren missen. Nun herrscht Abschiedsschmerz – die Welpen ziehen aus.

Von Anke Schleusner-Reinfeldt
Wenn es zwischendurch ein Leckerli gibt, sind die Welpen kaum zu bremsen und sie fallen über Caro Giese her. 
Wenn es zwischendurch ein Leckerli gibt, sind die Welpen kaum zu bremsen und sie fallen über Caro Giese her.  Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt

Hohengöhren - Zwei Monate herrschte Trubel rund um die Uhr bei Familie Giese – dafür sorgten zehn Welpen, die zum Schluss alles auf den Kopf stellten. Ab heute lichten sich die Reihen – Tessa, Lenni, Balou und Lucy ziehen zu ihren neuen Besitzern. In den kommenden Tagen folgen die anderen. Aber nicht alle! „Annie“ bleibt! Gieses haben beschlossen, dass sie einen Welpen behalten und er fortan mit Mama „Lolle“ den vierbeinigen Part der Familie bildet.

„Bruno“ kommt zu Besuch

Dabei hatten Gieses gar nicht vor, dass ihre sieben Jahre alte „Lolle“ Mama wird. Unverhofft kommt oft! Denn Rüde „Bruno“ aus der Nachbarschaft, ein Mix aus Deutsch Drahthaar, fühlte sich Mitte Januar angelockt und stattete „Lolle“ kurzerhand einen Besuch ab.

Ein Besuch mit Folgen! Fast wäre der zunächst unbemerkt geblieben, wäre da nicht die Paketbotin gewesen. Denn die hatte „Bruno“ bei Gieses in innigem Beisammensein mit „Lolle“ gesehen. Einen Tag später lieferte sie ein Paket bei den Nachbarn ab, sah „Bruno“ und sagte den Besitzern, dass der am Vortag ausgebüchst war. „Könnte vielleicht was passiert sein“, war doch „Lolle“ gerade an diesen Tagen empfangsbereit.

Mario Giese mit der kleinen „Annie“, die bei Gieses bleibt.
Mario Giese mit der kleinen „Annie“, die bei Gieses bleibt.
Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt

Fünf Welpen auf dem Ultraschall

Drei Wochen später wollten Gieses es wissen und fuhren in die Tierarztpraxis. Caro Giese ahnte schon, was sie zu hören bekommt. Denn „Lolle“ veränderte sich, war noch anhänglicher als sonst. Und tatsächlich. Auf dem Ultraschall waren fünf Welpen zu sehen!

Den ersten Schock verdaut, machte sich Freude breit, auch bei Mario Giese und erst recht bei den beiden Söhnen Matti (9) und Miko (6).

Also alles vorbereiten für den Zuwachs. Gieses lasen im Internet nach und sprachen mit Hundezüchtern, was nun alles zu tun ist. „Lolles“ Bauch wuchs und wuchs, sie wich ihren Besitzern nicht mehr von der Seite, hätte nachts am liebsten mit im Bett geschlafen.

Die Meute tobt gerne. 
Die Meute tobt gerne. 
Foto: Anke Schleusner-Reinfeldt

Aus fünf werden zehn

Am 17. März hatte das Warten ein Ende. In der im Flur bereitstehenden Wurfbox, die Mario Giese selbst gezimmert hatte, wird Leben geboren. Natürlich waren Gieses ganz fasziniert als fürsorgliche „Geburtshelfer“ dabei. Nach Nummer 5 hatten alle gedacht, dass nun Schluss sei. Aber es kamen überraschend dann noch Nummer 6, 7, 8, 9 und 10! Vier Jungs und sechs Mädchen. „Ich dachte, das hört gar nicht mehr auf“, erinnert sich Mario Giese an die aufregenden Stunden. Also doppelt so viele Welpen wie gedacht! Haben sie sich gut versteckt beim Ultraschall!

Aber alle sind wohlauf! Mit 226 Gramm ist „Lucy“ die Kleinste und Leichteste, ihr Bruder „Bruno“ brachte fast 100 Gramm mehr auf die Waage. Auf „Lucy“ legten Gieses also besonderes Augenmerk, damit sie auch immer einen Platz beim Säugen ergatterte und gut an Gewicht zulegte. „Lolle“ ist als Erstgebärende ihrer Mutterrolle voll und ganz gerecht geworden.

Perfekte Babysitter

Mit zehn Welpen im Haus, die von Tag zu Tag aktiver wurden, nahm der Trubel stetig zu. „Es war schon stressig. Aber es war positiver Stress, den wir nicht missen wollen. Die Welpen waren das Beste, was uns passieren konnte, keine einzige Stunde wollen wir missen“, sind sich Caro und Mario Giese einig – auch wenn sie viele Nächte nur wenig Schlaf bekamen und sie alles andere, was sonst ihren Alltag bestimmt, zurückstellen mussten. Matti und Miko erwiesen sich als perfekte „Babysitter“ und ließen gern auch mal die Schulbücher liegen, um sich zu den Welpen zu setzen und mit ihnen zu spielen und zu kuscheln. „Ihnen zuzusehen, ist besser als jedes Fernsehprogramm!“

Umgezogen in die Werkstatt

Vor kurzem ist die quirlige Rasselbande nach draußen auf den Hof gezogen, Mario Giese trat für „Lolle“ und die Welpen seine Werkstatt ab. Nichts mehr ist vor den neugierigen Vierbeinern sicher, einfach alles, was ihnen in den Weg kommt, eignet sich zum Spielen. Wie gut, dass Matti und Miko auf die allermeisten ihrer Plüschtiere gut verzichten können.

Neue Besitzer für die neun Welpen zu finden, fiel Gieses selbst ohne Werbung nicht schwer, „wir hätten auch für 30 Abnehmer gehabt“. Einem ihrer Brüder kann „Annie“ künftig Besuch abstatten, bleibt „Balou“ doch in Hohengöhren. Und auch alle anderen haben in der Nähe, unter anderem in Schönhausen und Tangermünde, ein neues Zuhause gefunden. Familientreffen nicht ausgeschlossen.

Nun also Abschied auf Raten. Der „Spielplatz“ auf dem Hof lichtet sich. Und weil Gieses die Zeit so sehr genossen haben und auch alles da ist, was man für die Welpenzucht so benötigt, wird „Annie“ irgendwann auch Nachwuchs bekommen. Sogar der Vater steht schon fest – ein junger Labrador aus Schönhausen. Wenn ihm nicht unverhofft jemand anderes zuvor kommt...