Elbe-Havel-Land l Zur offiziellen Bezeichnung „Knotenpunktbezogene Wegweisung“ kann man salopp auch „Radeln nach Zahlen“ sagen. So langsam nimmt das von der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land koordinierte Projekt, an dem sich zwölf Kommunen beteiligen, an Fahrt auf. Die Pläne auf dem Papier sind herangereift, wie Tourismusmanagerin Jenny Freier jetzt in den Gemeinderäten vorstellt. 

Netzentwicklung, Qualitätsprüfung und das Erstellen eines Beschilderungskatasters sind abgeschlossen – die Ergebnisse dieser Planung werden jetzt allen Gemeinden vorgestellt. Jenny Freier tourt derzeit von Ratssitzung zu Ratssitzung – heute beispielsweise nach Schollene. Denn letztlich ist es das Gebiet der Kommunen, in denen die Verbandsgemeinde die geplante Beschilderung errichten will.

Zwölf Kommunen sind beteiligt

Insgesamt 71.000 Euro kostet die erste Projektphase 2018/19 für die Konzeption und Marketingmaßnahmen für alle zwölf Kooperationspartner. Nach Abzug der 90 Prozent Fördermittel bleiben pro Kommune (Seehausen, Osterburg, Bismark, Arneburg-Goldbeck, Stendal, Tangermünde, Tangerhütte, Elbe-Parey, Genthin, Jerichow, Elbe-Havel-Land und Havelberg aus der Altmark und dem Jerichower Land) 670 Euro Eigenanteil übrig. An dem Leader-Kooperationsprojekt sind die vier Lokalen Aktionsgruppen Mittlere Altmark, Uchte-Tanger-Elbe, Elb-Havel-Winkel und Zwischen Elbe und Fiener Bruch beteiligt.

Die geplanten Kosten für die zweite Phase 2020/21 werden leicht steigen. Denn laut Forderung des Fördermittelgebers darf anders als geplant das Aufstellen der Schilder nicht in Eigenregie erfolgen – eine Fachfirma ist damit zu beauftragen. Aber zumindest dürfen vorhandene, noch gut erhaltene Pfeiler genutzt werden, um das neue Beschilderungssystem anzubringen.

Mit Kilometerangabe

38.000 Euro werden in der Verbandsgemeinde für die neuen Schilder gebraucht, die kommendes Jahr gekauft werden. Auf die Zusage der 75 Prozent Fördermittel wird noch gewartet. 2021 sind dann voraussichtlich 25.000 Euro fällig für das Aufstellen der Schilder. Es sind aber nicht nur die Schilder und Wegweiser, sondern auch Infotafeln an Knotenpunkten, an denen sich der Gast orientieren kann. Anders als jetzt sind an den Wegweisern auch Zielwegweise zu den Orten mit Kilometerangabe zu finden.

Die Einführung der neuen Wegweisung ist ein Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt. Es handelt sich um rund 1 400 Kilometer Radwegenetz, darunter 822 Kilometer neue Streckenabschnitte. Die Knoten sind Kreuzungspunkte, die mit einer Nummer versehen werden – deshalb wird die Radwegeführung auch als „Radeln nach Zahlen“ bezeichnet.

Seit Oktober 2018 arbeitet ein Planungsbüro aus Hannover an der „Knotenpunktbezogenen Wegweisung“. Ein Mitarbeiter der Firma ist in diesem Frühling mit dem Fahrrad alle Strecken abgefahren, berichtet Jenny Freier. Das Ergebnis schätzte die Touristikerin für die Verbandsgemeinde als sehr gut ein. Nach der Bestandsaufnahme wurde die Wegequalität festgelegt und das Kataster erstellt. Letzteres beinhaltet ganz detailliert, wo welches Schild mit welchen Informationen aufgestellt wird. Die Kommunen erhalten unter anderem Radwanderkarten, A3-Abrissblöcke und Roll-Ups.