Havelberg l Eine Handvoll Interessierter hat vor dem Auktionstermin am Mittwoch die ersten Besichtigungstermine in den Wohnbau-Immobilien im Havelberger Franz-Mehring-Viertel und in Müggenbusch wahrgenommen. Gerd Schulz und Elke Wessel von der Wohnbau GmbH führten die Interessierten vom Keller bis zum Dachgeschoss durch die Häuser und beantworteten viele Fragen.

Start war in Müggenbusch, wo sich die Wohnbau von zwei Wohnblöcken trennen will. Im größeren befinden sich auf den drei Geschossen 24 Wohnungen, von denen aktuell 16 vermietet sind. Das zweigeschossige Mehrfamilienhaus hat vier Wohnungen, von denen eine leer steht. Ein Teil der derzeit nicht vermieteten Wohnungen wurde bereits renoviert und könnte sofort vermietet werden. Es gibt Garagen, Parkplätze und Gartenflächen. Vom guten Zustand der 1967 beziehungsweise 1972 erbauten und 1996 umfassend unter anderem mit neuen Fenstern, Hauseingangs- und Wohnungstüren, Elektro- und Sanitärsträngen sanierten Häuser konnten sich die Gäste überzeugen.

Im Anschluss ging es ins Franz-Mehring-Viertel in Havelberg, wo die Wohnbau die drei Wohnhäuser zur Versteigerung anbietet, die im Erdgeschoss jeweils zwei behindertengerecht ausgebaute Wohnungen mit Garage haben. Die dreigeschossigen Häuser mit 20 beziehungsweise 18 Wohneinheiten wurden in den 1980er Jahren in Massivbauweise errichtet und 1999 teilsaniert. Auch dort gibt es leerstehende Wohnungen, die meisten sind vermietet. Die Bäder sind überwiegend gefliest, die Warmwasseraufbereitung erfolgt über Gasthermen, lediglich in den behindertengerechten Wohnungen gibt es Elektroboiler.

Interessenten aus Berlin

Einige der Interessierten waren aus Berlin angereist, einer aus Österreich. Sie überlegen den Kauf solcher Häuser, weil Immobilien in Zeiten niedriger Zinsen die Alternative zur Geldanlage sind, wie einer sagte. Angesprochen auf Ängste von Mietern, dass sie nicht wissen, was auf sie mit einem neuen Vermieter zukommt, sagte der Mann aus Österreich zum Beispiel: „Wir haben mehrere Objekte hier in der Umgebung. So wie in Österreich gibt es auch in Deutschland strenge Mietgesetze, an die wir uns halten. Wir sind auf eine faire und langfristige Partnerschaft mit Mietern aus und wollen keinen Ärger.“ Ein Interessent aus Berlin sagte, dass er durch seine Mutter, die in der Region wohnt, Verbindungen hierher hat und Eigentum sucht, um die Rente abzusichern. Ängste müssten die Mieter nicht haben. Gefreut hätte er sich, vorher von den Verkaufsabsichten gewusst zu haben, denn bei einer Versteigerung ist ungewiss, wer den Zuschlag erhält.

Dass Ängste vorhanden sind, hatte sich auf den Mieterversammlungen zu Wochenbeginn gezeigt. Die Hoffnung ist, dass ein seriöser Vermieter die Gebäude ersteigert. Dass es auch negative Erfahrungen gibt, zeigen Beispiele wie in Stendal Süd, wo Strom und Wasser abgestellt worden waren, weil der Vermieter die Rechnungen nicht bezahlt hatte.

Der Termin der Versteigerung der Häuser ist beim Auktionshaus Karhausen Berlin auf den 15. März festgelegt. Zuvor gibt es am 6. März einen weiteren Besichtigungstermin.