Schollene l „Der Dienstag ist der schönste Tag der Woche!“ Ein größeres Kompliment hatte es wohl nicht geben können für den Schollener V0lkshochschulmalkurs und seine Leiterin Christine Kowalkowski. Seit 15 Jahren sind die Hobbymaler mit Leidenschaft bei der Sache und staunen selbst immer wieder über die Ergebnisse auf Papier, Leinwand und Seide. 

Aus hunderten Bildern, entstanden in 15 Jahren Volkshochschulmalkurs, hätten sie auswählen können – die Entscheidung ist auf „Impressionen aus Seide“ aus dem zurückliegenden Herbstsemester gefallen. Diese sehenswerten Werke präsentieren die Hobbykünstler in diesen Wochen in der Treppengalerie des Arzthauses, in dem sich in der Bibliothek im Obergeschoss das Domizil der Kreativen befindet.

Dass sie nun schon den 15. Geburtstag feiern, können sie selbst fast nicht glauben. Zur Feier vor wenigen Tagen hatte Christine Kowalkowski Menschen geladen, „die uns am Herzen liegen“. Die Kursteilnehmer freuten sich, auch Ehemalige wie beispielsweise Hilda Winterfeldt begrüßen zu können. Auch Bürgermeister Jörg Wartke, sein Stellvertreter Sebastian Heinike und Martina Schulz von der Kreisvolkshochschule zählten zu den Gratulanten.

Bilder

Großes Interesse beim Start

Gern hörten alle zu, wie Christine Kowalkowski die Zeit Revue passieren ließ. Los ging es 2004 mit „Gewusst wie – zeichnen und malen kann man lernen“. Das wollten mit 20 Angemeldeten gleich so viele, dass zwei Gruppen gebildet werden mussten – die Dienstags- und die Mittwochsmaler. In der Schule fanden sie ihr Domizil. Als die 2014 schloss und die Maler ratlos dastanden, regte Bibliothekarin Regina Franke an, „ich hätte da ein Eckchen in der Bibliothek“. Aus dem Eckchen ist ein Nestchen geworden, versichert Christine Kowalkowski, dass sich alle wohlfühlen im Domizil. Sie zählt die vielen Themen auf, die im Laufe der Semester behandelt worden sind: Stillleben – „hier habt Ihr das Komponieren eines Bildes gelernt“; Landschaft – „draußen an der Lanke, am See und an der Havel sind die schönsten Skizzen entstanden“; Portrait – „wir haben alte Menschen mit jeder Falte, die Lebensqualität widerspiegelt, gemalt“. Auch plastisches Gestalten, Schrift, Grafik, Radierungen, Aquarelle, Plastiken – immer wieder gab es Spannendes, für das sich die Kursteilnehmer mit Herz und Verstand begeistern ließen.

20 Ausstellungen

Das, was entstanden ist, haben die Hobbykünstler auch ausgestellt. Dafür boten und bieten sich bestens die Flure im Seniorenwohnpark an. Und nun im Arzthaus gibt es regelmäßig Treppen-Galerien, so dass sich die Patienten und auch die Leser an den Werken erfreuen können. Insgesamt 20 Ausstellungen hat es schon gegeben, resümierte Christine Kowalkowski. Und sie sagte an ihre „Schüler“ gerichtet: „Wir haben 15 Jahre etwas für den Kopf getan, man nimmt etwas für die Seele mit nach Hause.“ Das bestätigen die Hobbymaler, die sich den Malkurstag in der Woche möglichst freihalten und nur im Ausnahmefall fehlen.

Sechs Teilnehmer von Anfang an dabei

Seit 15 Jahren dabei sind sechs Hobbymaler, die dafür eine Blume bekamen: Udo Rebinski, Walter Springer, Karin Wesche, Astrid Schulz, Simone Tarra und Claudia Tannhäuser. Auch wenn sie teilweise dafür etliche Kilometer mit dem Auto nach Schollene fahren müssen, nehmen sie diese Mühe gern in Kauf, um zwei kreative, seelenschmeichelnde Stunden zu verbringen. Es gibt, wie es sich für die Kreisvolkshochschule gehört, tatsächlich auch einen Lehrplan. Und am Ende jedes Jahres auch ein von Christine Kowalkowski gestaltetes Zeugnis.

Ihr wurde an diesem Tag vielfach gedankt. Sie gab Dank und Anerkennung zurück an ihre Schüler, alle Unterstützer, die Gemeinde und nicht zuletzt an ihren Ehemann, der an zwei Abenden pro Woche auf sie verzichtet. Marika Jaworsky von den Dienstagsmalern sprach von Entschleunigung, „Du nimmst uns mit, der Dienstag ist der schönste Tag der Woche“. Und Waltraut Gennermann von den Mittwochsmalern: „Es ist mehr als ein Malkurs – es ist Gemeinschaft!“

„Wir haben es verdient, heute zu feiern“, beendete Christine Kowalkowski ihren kleinen Ausflug in die Geschichte des Malkurses, der noch lange bestehen möge – so der Wunsch aller Anwesenden.

So besonders wie der Malkurs waren auch die Köstlichkeiten, die sich die Gäste schmecken ließen: Alles selbstgemacht: die eingelegten Gurken, das Brot, der Aufstrich und „das beste Schmalz des Landkreises“, gemacht von Walter Springer aus Klietz.

Bei Stulle und Malwasser genossen die Volkshochschüler und ihre Gäste die gemeinsamen Stunden. Und am Ende wurde zusammen aufgeräumt und für die Malabende vorbereitet. Im jetzigen Frühjahrssemester geht es um „Menschen und Portraits“.