Sandau l  Weil wegen der Baustraße des nahen Deichrückbaus der Stadtwald schlecht zu nutzen war, verlegten die Organisatoren um Birgit Latuske den Stationsbetrieb auf die Wiese vorm Deich – also dort, wo die Sandauer Kinder den Kletterbaum erklimmen.

An zehn Stationen wurde über Pilze, Hölzer und das Leben im Wald informiert. Dazu wurden die vier Klassen in acht altersgemischte Gruppen aufgeteilt. Es war zugleich der Auftakt für den jahrgangsübergreifenden Unterricht, welcher ein bis zweimal die Woche praktiziert wird. Unter anderem lasen die älteren Schüler den jüngeren die Textpassagen vor.

Übles Wetter zum Herbststart

Bei diesem Start in den Herbst herrschte denn auch gleich unwirtliches herbstliches Wetter – ziemlich ungewohnt nach dem scheinbar nicht enden wollenden Sommer. So waren die Kinder froh, an der Station von Marion Kaluza auch mal etwas Sport in Form von Holztransporten oder Zapfenweitwurf zu betreiben.

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An der Station daneben informierte Gabriela Ecke vom Havelberger „Haus der Flüsse“ über die Rote Waldameise, eine der häufigsten Arten, welche in Mischwäldern lebt. Ihre Nester sind bis zwei Meter tief, hierin befinden sich Kammern für den Nachwuchs, für Vorräte sowie für Abfälle. Die fleißigen Insekten gelten auch als „Gesundheitspolizei des Waldes“.

Tischlermeister Denis Motzkus aus Schönfeld berichtete an seinem Stand über die vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten von Holz: Bretter, Balken, Boote, Möbel und Häuser können daraus unter anderem gefertigt werden. Zur Anschauung hatte er verschiedene Holzarten mitgebracht.

In Schönfeld wohnt auch der Förster Roland Mertens, sein Tisch war mit Ästen und Baumscheiben dekoriert. Er informierte über heimische Pilze – welche es in diesem Jahr trotz der langen Trockenheit dennoch gibt – und Bäume in den heimischen Wäldern. Im vor Wind und Nässe geschützten Auto hatte er diverse Pilzbücher zu liegen, ebenso Spiele, welche sich natürlich mit dem Wald befassten.

Alle Sinne beansprucht

Vom Mittelelbe-Biosphärenreservat aus Ferchels war Wolfgang Hoffmann dabei, er informierte über das Aussehen der Rinde von verschiedenen Baumarten. Bei Birgit Kose gab es Wissenswertes über die Greifvogelarten, welche in der Region leben, an der Station von Sabine Ebel wurden alle Sinne beansprucht und Kathrin Wendt berichtete über die Schichten des Waldes.

Über Farne, Flechten und Moose informierte Birgit Latuske die Grundschüler, sie schickte die Gruppen zudem zum Sammeln von Naturmaterialien in die nähere Umgebung. Denn zum Abschluss des herbstlichen Projekttages sollten daraus noch kleine Kunstwerke zusammengestellt werden.