Havelberg l Großen Rummel um seine Person mag er nicht. Aber mit dem Argument, anderen ein Vorbild zu sein und zu zeigen, dass es wichtig ist, Menschen in Notsituationen zu helfen, nimmt Sven Bernhardt die öffentliche Würdigung als Lebensretter gern an. Der Leiter der Wasserschutzpolizei Havelberg Detlef Buchholz lud ihn dieser Tage zu einer Bootstour mit dem Dienstboot auf der Havel ein. Mit Blumen und einem Geschenk bedankte er sich bei dem Neu-Havelberger, der seine Wurzeln in Sandauerholz hat, für dessen Einsatz in der eiskalten Elbe im Dezember 2018.

Es war kurz vor Weihnachten, als gegen 16.30 Uhr des 21. Dezember Hektik auf der Sandauer Fähre entsteht. Eine Passagierin sieht, wie am gegenüberliegenden Ufer ein Auto in die Elbe rollt. Sie steigt aus, ruft das den anderen zu. Sven Bernhardt hört wie die anderen Hilferufe, nimmt die Lichter des Autos im Wasser wahr. „Es entstand ein bisschen Chaos. Jeder wollte was tun. Der Fährmann setzte den Notruf ab, andere wollten das Beiboot startklar machen. Irgendwann legte die Fähre endlich ab und wir fuhren zum anderen Ufer“, erzählt er.

Brusttief im eiskalten Wasser

Der Feuerwehrmann, der sowohl der Sandauerholzer als auch der Havelberger Wehr angehört, sieht den Mann auf einer Sandbank stehen, eilt zu ihm im vier Grad kalten Wasser hin. Brusttief steht er selbst im Fluss. Der Mann kann den Kopf kaum über Wasser halten. Er schleppt ihn ans rund 20 Meter entfernte Ufer. Fragt, ob noch jemand im Auto ist. Zum Glück nicht.

Polizei, Feuerwehren und Rettungswagen sind unterdessen eingetroffen. Er eilt nach Hause, um aus den nassen Klamotten rauszukommen und heiß zu duschen. Als er wieder zur Fährstelle fährt, sind alle schon weg. Der Mann kam für eine Nacht ins Krankenhaus. Das Auto wird am nächsten Vormittag durch die Feuerwehren Sandau und Havelberg mit Hilfe der Taucher der DLRG aus Tangermünde aus dem Fluss geholt.

„Wir möchten Herrn Bernhardt danke sagen für seinen Einsatz und andere motivieren, Courage zu zeigen. In dem Rahmen, wie es sich jeder zutraut. Wichtig ist es, nicht wegzugucken“, sagt Detlef Buchholz.