Schönhausen l Aber die Maschinen stehen trotzdem nicht still. Bedient werden sie nun von den Gruppenleitern und Mitarbeitern aus der Verwaltung. „Wir müssen letzte Aufträge abarbeiten. Oberste Priorität ist es, die Wäscherei für unsere Geschäftskunden am Laufen zu halten. Dringend auf die Wäscherei angewiesen sind die fünf Pflegeheime, Arztpraxen und Kindereinrichtungen. Leider können wir aktuell die Wäsche unserer Privatkunden nicht mehr entgegen nehmen und hoffen auf ihr Verständnis“, erklärt Werkstattleiterin Claudia Heuser.

Alle 250 betreute Mitarbeiter, ob aus den Wohnheimen in Havelberg, Genthin oder Zabakuck, aus dem betreuten Wohnen und diejenigen, die zu Hause beziehungsweise eigenständig wohnen, bleiben seit Mittwoch zu Hause. Dienstagnachmittag hatte es vom Ministerium eine entsprechende Mitteilung gegeben – eine Stunde vor Arbeitsschluss musste schnell alles in die Wege geleitet werden. Bis zum 19. April bleiben sie zu Hause. Sie wurden vor Abfahrt der Busse noch einmal auf die aktuelle Situation hingewiesen mit der Bitte, alle erforderlichen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten und vor allem gesund zu bleiben.

Aufträge werden abgearbeitet

Die Gruppenleiter und die Mitarbeiter der Verwaltung bleiben vor Ort, denn sie haben gut zu tun. Alle offenen Aufträge sollen, soweit es geht, noch abgearbeitet werden. In der Tischlerei beispielsweise werden Lattenroste und Kopfteile für Polsterbetten angefertigt. Die Druckerei ist ein Ein-Mann-Betrieb, in der Aktenvernichtung sind zwei und in der Landschaftspflege drei Mitarbeiter tätig. Auch die Küche in der Werkstatt bleibt nicht kalt. Es wird für die Gemeinschaftseinrichtungen der Elbe-Havel-Werkstätten, für den Genthiner und den Schönhauser Kindergarten gekocht. Auch der Tierpark in Zabakuck bleibt von der Schließung nicht verschont. Hier sind Mitarbeiter vor Ort, um die rund 350 Tiere zu versorgen.

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Erzieher in die Wohnheime

Einige Erzieher aus dem Genthiner Kindergarten, der zu den Elbe-Havel-Werkstätten gehört, werden jetzt in andere Bereiche umgesetzt, da von den sonst 70 Kindern derzeit nur rund zehn Kinder auf eine Notbetreuung angewiesen sind. Ihre Hilfe wird in den Wohnheimen gebraucht. Dort müssen die Bewohner nun rund um die Uhr betreut werden. Mit zusätzlichen Angeboten soll keine Langeweile aufkommen.

Nächste Woche sollte in der Werkstatt der alljährliche Osterbasar stattfinden – Hasen aus Holz und alle anderen, mit Liebe und Kreativität angefertigten Dinge harren bis Ostern 2021 aus.