Havelberg l Viel Regen in den Sommermonaten und Baustellen auf den Radwegen und der Bundesstraße in Hohengöhren hatten 2017 dafür gesorgt, dass weniger Besucher die Tourist­information in Havelberg aufgesucht haben. Wetter und Baustellen gehören auch 2018 zu den Gründen, dass Urlauber fernblieben. Allerdings sorgte da die lang anhaltende Hitze dafür, dass so mancher lieber zu Hause geblieben ist. Der niedrige Wasserstand der Elbe, der den Schiffsverkehr für Monate fast vollständig zum Erliegen brachte, zählt ebenfalls zu den Ursachen dafür, dass die Besucherzahl zurückgegangen ist, sagt die Leiterin der Touristinformation Marina Heinrich im Gespräch mit der Volksstimme.

14.602 Gäste weist die Besucherstatistik insgesamt für 2018 aus, darunter 3067 Radfahrer. Im Jahr zuvor waren es 16.488 Besucher, davon 3295 Radfahrer. 2016, dem Jahr nach der Bundesgartenschau mit 68.265 Besuchern (3449 Radfahrer), hatte die Touristinfo 17.583 Gäste registriert, davon 5525 Radfahrer. Der besucherstärkste Monat im Jahr 2018 war der Juli mit 2861 Gästen, gefolgt vom August mit 2463 Gästen und Juni mit 2206 Gästen. In diesen Monaten kamen auch die meisten Radfahrer. Diese werden seit 2013 extra in der Statistik aufgeführt. Das war das Jahr der Hochwasserkatastrophe. Im Frühjahr 2014 begannen dann erste Bauarbeiten im Bereich Quitzöbel und die Radfahrer müssen seither Umleitungen in Kauf nehmen.

Aufgrund des Niedrigwassers in der Elbe konnten Fahrgastschiffe nicht wie geplant Havelberg ansteuern. Die MS Königstein lag sogar zwei Monate im Winterhafen fest, bevor das Flusskreuzfahrtschiff Mitte Dezember Havelberg erst wieder verlassen konnte. Marina Heinrich wertet das Jahr 2018 als durchschnittliches Ergebnis und hofft, dass besseres Wetter auch wieder zu mehr Besuchern führt – Baustellen am Elberadweg bleiben erstmal noch. Bei der ersten Messepräsentation dieses Jahres auf der Tourisma in Magdeburg hörte sie von vielen Gästen, dass sie sich aufgrund der Hitze einfach nicht zu einem Ausflug aufraffen wollten, obwohl sie Havelberg schon gern besucht hätten. Vor allem auch ältere Herrschaften, die zunehmend mit E-Bikes auf dem Elbe- oder Havelradweg unterwegs sind, mochten nicht losfahren. Erfahrungen, die auch andere Touristiker wie zum Beispiel Regine Schönberg in Tangermünde gemacht haben.

Umleitung bis 2020

Nicht zu unterschätzen sind die Bauarbeiten auf dem Elberadweg vor allem im Bereich Quitzöbel/Neuwerben mit der Sanierung der Wehrgruppe und den Deichbauten. Zwar haben die meisten Verständnis dafür, doch verzichtet so mancher Pedalritter auf diese Route und hebt sich die Elbtour für später auf. Bekanntlich sollen die Bauarbeiten an der Wehrgruppe noch bis 2020 andauern. Auch die Sperrung der Elbebrücke bei Tangermünde im Sommer 2018 hielt Radfahrer von einer Tour ab.

Dass das Interesse an einem Besuch in Havelberg groß ist, davon zeugen nicht nur freundliche Gespräche auf Messen, sondern auch Nachfragen per Telefon und E-Mail zu Übernachtungsmöglichkeiten, Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten. Mit Reisetipps gehen auch jährlich zahlreiche Briefe auf den Postweg an Interessenten.

Die Messebesuche sind ein wichtiges Mittel, um bei Urlaubern für einen Besuch zu werben. An diesem Sonnabend steht bereits die nächste Präsentation an. Auf der Grünen Woche in Berlin, die vom 18. bis zum 27. Januar stattfindet, ist Havelberg am 19., 23., 25. und 26. Januar vertreten.