Schönfeld/Scharlibbe l Am Donnerstag, 9. Juli, befuhr ein 65-jähriger Seat-Fahrer kurz nach 8 Uhr die Bundesstraße zwischen Schönfeld und Scharlibbe, als plötzlich ein Wolf über die Fahrbahn lief. Der Mann konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, es kam zum Zusammenprall, in dessen Folge der Rüde verendete. Am Auto entstand Sachschaden, berichtete die Polizei.

Auch für tote Wölfe ist das Wolfskompetenzzentrum des Landes zuständig, welches seinen Sitz in Iden auf der anderen Elbseite hat. Mitarbeiterin Julia Kamp brachte den Kadaver gleich zur pathologischen Untersuchung nach Berlin. Hier wird unter anderem der Mageninhalt des Tieres ausgewertet, auch das Alter kann bestimmt werden.

DNA wird nach Gelnhausen gesandt

Die DNA des Tieres wird ans Senckenberg-Institut nach Gelnhausen gesandt, wo seit 2010 alle genetischen Proben von Wölfen aus Deutschland untersucht werden.

Die Versicherung wird dem Fahrer übrigens den Schaden an seinem Pkw Leon erstatten, obwohl der Wolf kein jagdbares Wild ist. Auch an der Straße zwischen Klietz und Schollene gab es dieses Jahr schon einen Totfund – der war aber unklar.

Die Raubtiere, welche ab 1996 über Polen wieder nach Deutschland einwanderten, sind in der Regel dämmerungs- und nachtaktiv. Doch kommt es auch vor, dass sie am Tage gesichtet werden. Ein erwachsenes Tier wiegt normalerweise zwischen 25 und 43 Kilogramm, sie können an einem Tag im gleichmäßigen Trab viele Kilometer zurücklegen. Wölfe bekommen im Schnitt vier bis sechs Welpen.